Folge 21 - Klimakrise vs Stromerzeugung
Shownotes
Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder - den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Mit der Klimakrise verändern die Jahreszeiten sich und das hat Auswirkungen auf unsere Stromerzeugung.
Was sind die Auswirkungen der Klimakrise auf die Stromerzeugung? Was bedeutet das für Wasser-, Sonnen- und Windkraft und wie bereiten wir Österreichs Stromsystem auf die Klimazukunft vor?
In dieser Folge von Gegenstrom hat Angelika Kabrt recherchiert, wie sich die veränderten klimatischen Bedingungen auf die Stromerzeugung in Österreich auswirken. Denn wenn sich Temperaturen, Niederschläge und der Wasserhaushalt verändern, bleibt das auch für unser Energiesystem nicht ohne Folgen.
Was bedeutet das für Frühling, Sommer, Herbst und Winter? Wie wirkt sich das auf die Technologien aus und wo entstehen neue Herausforderungen? Was braucht ein Stromsystem, wenn sich die Bedingungen verändern, auf die es jahrzehntelang ausgerichtet war?
Die Antworten darauf, hört ihr im Podcast. Link zur Studie: https://www.wasseraktiv.at/wasser-im-klimawandel/
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Transkript anzeigen
00:00:03: Willkommen bei Gegenstrom, den Podcast zur Energiewende.
00:00:08: Wissen, Klarheit, Orientierung in allen Themen rund um die Energiewirtschaft in Österreich – jede Woche im zehnminütigen Kurzformat!
00:00:19: Ich bin Angelika Kabert und hier kommt das Gegendström-Thema der Woche.
00:00:24: Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder.
00:00:27: Auswirkungen der Klimakrise auf die Stromerzeugung Lumen, Klee, Grausen und Schnee.
00:00:33: Was bedeutet das für Wasser, Sonnen und Windkraft?
00:00:37: Neues Einschwingen.
00:00:38: Wie bereiten wir Österreichs Stromsystem auf die Klimazukunft vor?
00:00:43: Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter... Wie es schon in diesem Kinderlied heißt hatten die Jahreszeiten früher eine klare Rolle – auch bei der Stromerzeugung!
00:00:58: Mit dem fortschreitenden Klimawandel verändern sich diese Rollen.
00:01:03: Eine wichtige Unterscheidung dabei ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima.
00:01:08: Wetter ist, was kurzfristig in unserer Atmosphäre passiert.
00:01:12: Klima hingegen beschreibt die statistischen Verhältnisse über längere Zeiträume wie Jahrzehnte – und genau dort sehen wir in Österreich inzwischen deutliche Veränderungen!
00:01:23: It's getting hot in here.
00:01:25: Die durchschnittliche Lufttemperatur in Österreich ist bereits drei Komma-Eingrad wärmer als um nineteen Hundert.
00:01:32: Besonders sichtbar wird der Klimawandel bei Hitze, Trockenheit, Extremwetter und Veränderungen im Wasserhaushalt.
00:01:39: Die österreichweite Studie «Wasser im Klimawandel» liefert erstmals detaillierte Prognosen bis zwei Tausend einhundert – erste vorläufige Erkenntnisse bis Mitte des Jahrhunderts zeigen!
00:01:52: Die saisonale Verschiebung des Niederschlags wird deutlich stärker ausfallen als bisher angenommen.
00:01:58: Kurz heißt das «trockene Sommer, feuchte Winter».
00:02:02: Im Jahresmittel haben wir zwar möglicherweise gleich viel Niederschlag wie bisher, zeitweise könnt aber trotzdem weniger Wasser zur Verfügung stehen.
00:02:11: Was bedeutet das für die vier Kinder?
00:02:13: Also die Jahreszeiten – Das Wasser verteilt sich anders!
00:02:17: Frühling, Herbst und Winter gewinnen an Niederschlag während der Sommer zukünftig weniger davon hat.
00:02:23: Wärmer wird es auch im Winter was zu mehr Regen statt Schnee führt.
00:02:28: Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für stark regene Ereignisse, etwa bei Sommergewitterlagen.
00:02:34: Der Klimawandel verändert natürlich weit mehr als nur unser Energiesystem – er betrifft Landwirtschaft, Gesundheit, Infrastruktur-, Verkehr eigentlich viele Bereiche unseres täglichen Lebens.
00:02:46: Wir bleiben heute aber beider Energie Blumen, Klee, Trauben und Schnee.
00:02:51: Was bedeutet der Klimawandel für Wasser Sonnen- und Windkraft?
00:02:55: Das Frühlingskind Die Schneeschmelze verliert ihre alte Rolle.
00:02:59: Die Schneedecke wird dünner und schmilzt früher im Jahr, bis zum Beispiel in den vergleichen von der Östereiskletzsche im Vergleich zu dem Jahr für die Eismasse.
00:03:13: Das Abschmelzen lässt sich nach heutigen Kenntnisstand nicht mehr aufhalten – sein Tempo aber beeinflussen!
00:03:20: Schnee hatte die Funktion eines natürlichen saisonalen Wasserspeichers.
00:03:24: Wasser, das heute noch im Eis gebunden ist und in trockenen und warmen Perioden als Schmelzwasser zur Verfügung steht wird dann zunehmend fehlen!
00:03:34: Das Tragische – der Gletscherrückgang verläuft teilweise schneller als früherer Modellierungen erwarten ließen.
00:03:41: Durch die Schneeschmelze gab es den charakteristischen Frühjahrsabfluss.
00:03:46: Laut Meteorologe Andreas Jäger wird sich das in Zukunft ändern.
00:03:51: Durch die Ederwärmung gibt es weniger Schnee und eine kürzere Schneedecke, das bedeutet Regen statt Schnee – und damit verändert sich der Jahresgang der Flüsse und somit die Wasserkraft.
00:04:03: Tendenziell wird mehr Strom im Winterhalbjahr erzeugt werden.
00:04:07: Schnee verliert zunehmend seine Funktion als natürlicher Wasserspeicher!
00:04:12: Das Sommerkind Weniger Niederschläge, höhere Verdunstung und niedrige Abflüsse führen zu Niedrigwasser in den Flüssen.
00:04:20: Schmelzwasser aus den Gletschern diente früher als Puffer – nimmt aber langfristig ab!
00:04:25: Als Konsequenz steigt die Wahrscheinlichkeit für problematische Niederwassaperioden.
00:04:30: Das betrifft vor allem die Lauf-Wasserkraft kann aber auch thermische Kraftwerke treffen wenn Kühlwasser fehlt.
00:04:36: Was dann die Wasserkraft nicht mehr leisten kann, kann die Photovoltaik teilweise kompensieren.
00:04:42: Aber auch hier hat der Klimawandel seine Tücken.
00:04:45: Große Hitze kann den Modulen zusetzen und die Erzeugung beeinflussen.
00:04:49: Die Hitze belastet aber nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage.
00:04:54: Mehr Strombedarf für Klimatisierung und industrielle Kühlung stellt das Stromsystem vor neue Herausforderungen.
00:05:01: Energieexperte Christian Diendorfer dazu.
00:05:04: Entscheidend ist nicht nur ob wir genug Strom produzieren, sondern Die Photovoltaik benötigt unbedingt mehr Flexibilität und ihren neuen Freund den Batteriespeicher.
00:05:16: Das Herbstkind Der Wasserhaushalt ist außer Takt, der Herbst wird extremer.
00:05:22: Das bedeutet zu viel Wasser auf einmal oder zu wenig Wasser über einen längeren Zeitraum.
00:05:29: Auf der einen Seite setzt sich die sommerliche Niedrigwasserperiode fort Erzeugungstechnisch strauchelt somit auch hier vor allem die Laufwasserkraft.
00:05:38: Auf der anderen Seite sind Starkregenereignisse in den letzten dreißig Jahren immer intensiver geworden.
00:05:44: Durch lange Trockenperioden und die hohe Intensität des Regens kann weniger Wasser im Boden versickern, es fließt schneller an der Oberfläche ab und kann dadurch zu Überflutungen
00:05:55: führen.".
00:05:56: Das Winterkind Es gilt aufgrund der Versorgungslücke als Problemkind der Energiewende – denn die winterliche Lücke wird bisher vor allem mit teuren Gaskraftwerken geschlossen!
00:06:06: Windkraft kann hier einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Winterlücke leisten.
00:06:11: Diese hat in der kalten Jahreszeit ihr Erzeugungshoch – wir müssten sie nur konsequent weiter ausbauen!
00:06:18: Mit der Erderwärmung wird voraussichtlich auch mehr Laufwasserkraft im Winterhalbjahr erzeugt, da in der Kalten-Jahreszeit mehr Niederschlag in die Flüsse gelangt ohne monatelang als Schneegespeicher zu werden.
00:06:30: Laut Andreas Jäger ist im Winter für die Photovoltaik die Entwicklung des Hochnebels entscheidend.
00:06:36: Sofern das Stromnetz es zulässt, bestündet die Möglichkeit mit Photovoltaik Sonnenstrom in Berglagen über dem Nebel einzufangen.
00:06:44: Für die saisonale Verschiebung von Energie könnten langfristig auch Wasserstoffspeicher eingesetzt werden.
00:06:51: Entscheidend ist also nicht dass jede Technologie zu jeder Jahreszeit gleich viel Strom liefert sondern dass ihre unterschiedlichen Stärken zusammenspielen.
00:07:01: Wie bereiten wir Österreichs Stromsysteme also auf die Zukunft vor?
00:07:05: Mit dem Klimawandel wird sich einiges neu einschwingen.
00:07:08: Entscheidend sind folgende Punkte – erstens die Versifizierung.
00:07:13: Um unser Stromsystem resilienter zu machen, sollten wir unbedingt auf einen bunten Technologie-Mix setzen.
00:07:20: Die erneuerbaren Technologien haben unterschiedliche Erzeugungsprofile und können sich gegenseitig ergänzen.
00:07:27: Der Sommer zwanzigzehnt zeigt das bereits deutlich.
00:07:31: Während die Erzeugung aus Wasserkraftsank, stieg die Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft.
00:07:37: Zweitens Flexibilität und Speicher.
00:07:40: Auf der einen Seite ist der Zeitpunkt der Erzeugungen entscheidend – und zwar zu jederzeit Jahreszeit, Tageszeit und Uhrzeit.
00:07:49: Volatile Erzeugungs sollte deswegen mit Batteriespeichern, Pummspeicheren und saisonalen Speichern kombiniert werden.
00:07:56: Auf der anderen Seite ist der Zeitpunkt des Verbrauchs entscheidend und auch die Nachfrageseite muss flexibler werden, sich an die Erzeugung anpassen.
00:08:05: Drittens Die Infrastruktur muss klimafest werden.
00:08:09: Kraftwerke und Netze werden für Jahrzehnte gebaut.
00:08:12: Der Klimawandel trifft nicht nur die Erzäugungen sondern auch die Infrastruktur, die dahinter steht.
00:08:18: Extremwetterereignisse wie Starkregen führen vermehrt zu Hochwasser- und Hangrutschungen.
00:08:23: Hitze kann auch die Leistungsfähigkeit elektrischer Infrastruktur beeinträchtigen.
00:08:28: Unsere Infrastruktur muss also auf die zunehmenden Belastungen durch Extremwetterereignisse ausgelegt werden.
00:08:35: Fazit Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
00:08:38: Die vier Kinder verändern ihre Rollen und darauf muss sich auch unser Stromsystem neu einschwingen.
00:08:45: Wir müssen unser Energiesystem also nicht nur dekarbonisieren und elektrifizieren, sondern gleichzeitig auf die neuen klimatischen Bedingungen auslegen.
00:08:54: Anpassung an den Klimawandel wird damit zu einem Bestandteil der Versorgungssicherheit – aber Anpassing allein reicht nicht!
00:09:01: Sie kann die Folgen des Klimawandels abfedern, nicht aber seine Ursachen bekämpfen….
00:09:07: Anpassung ersetzt nicht Klimaschutz und die effektive Reduktion der Treibhausgase.
00:09:12: Beides muss zusammen gedacht werden!
00:09:15: Wo trifft sich Österreichs Energie-Zukunft?
00:09:18: Am zwölften und dreizehend Oktober finden die EMH-Energie-Tage in Wien statt.
00:09:25: Vier Conference Tracks bringen die zentralen Themen der Energiewirtschaft auf die Blühne – Netze, Speicher, Wärme und Daten.
00:09:34: Freuen Sie sich auf aktuelle Impulse, hochkarätige Spiekerinnen und viel Raum für Austausch & Networking.
00:09:41: Jetzt anmelden unter imha.at.
00:09:44: slash Energietage – die IMA-Energie-Tage der Branchentreffer der österreichischen Energiewirtschaft.
00:09:56: Das war Gegenstrom der Podcast.
00:09:59: Du suchst bei einem Energiethema nach mehr Wissen, Klarheit und Orientierung?
00:10:04: Teil es in den Kommentaren oder abonnier uns doch.
00:10:07: Und wir hören uns nächste Woche überall, wo es Podcasts gibt!
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