Sommergespräch 07 - Politik
Shownotes
Wie steuert man die Energiewende eines ganzen Landes?
Die einzelnen Perspektiven der Sommergespräche zeigen: die Energiewende besteht aus vielen Bausteinen. Doch wie bringt man sie so zusammen, dass am Ende das Gesamtsystem funktioniert?
Oder anders formuliert: Wie wird aus allen Zutaten am Ende ein Apfelstrudel und wie hält der Strudelteig, also unser Stromnetz, das am besten aus?
In der siebten Folge der „Sommergespräche“ spricht Angelika Kabrt mit Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Start-ups und Tourismus im BMWET, über die politische Perspektive auf die Energiewende und die Frage, wie sich ein immer komplexeres Energiesystem steuern lässt.
Welche Rolle spielen Batteriespeicher und wo müssen sie stehen, damit sie tatsächlich dem Gesamtsystem dienen? Wie müssen Stromnetze und Erzeugung zusammengedacht werden? Braucht Photovoltaik überhaupt noch Förderungen? Wie können dynamische Tarife und Energiemanagement zu mehr Flexibilität beitragen? Und wie gelingt der Spagat zwischen Versorgungssicherheit, Klimaneutralität und wettbewerbsfähigen Energiepreisen?
Wer verstehen möchte, wie Politik die unterschiedlichen Teile der Energiewende zusammenbringen will, welche Zielkonflikte dabei entstehen und welche Denklogik hinter den politischen Entscheidungen steht, hört gerne in die neue Folge hinein.
Dieses Gespräch wurde am 4. August 2026 aufgezeichnet und ist auch auf YouTube als Video verfügbar unter https://youtu.be/cKvzUvYaKww
imh Energietage 2026: Der Branchentreff der E-Wirtschaft 12.–13. Oktober 2026 | Wien Die imh Energietage bringen mehr als 200 Teilnehmende und über 60 Speaker zusammen, um die entscheidenden Fragen der Energiewende zu diskutieren. In vier Conference Tracks stehen die Themen Netze, Speicher, Wärme und Daten im Mittelpunkt.
Teilnehmende können flexibel zwischen den parallelen Programmen wechseln und profitieren von aktuellen Fachimpulsen, konkreten Praxiseinblicken sowie wertvollen Kontakten innerhalb der österreichischen Energiewirtschaft.
Alle weiteren Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie unter www.imh.at/energietage.
Transkript anzeigen
00:00:03: Willkommen bei Gegenstrom, dem Podcast zur Energiewende.
00:00:08: Wissen, Klarheit, Orientierung in allen Themen rund um die Energiewirtschaft in Österreich!
00:00:15: Ich bin Angelika Kaabrit und das sind die Sommergespräche für den Winter.
00:00:25: Herzlich willkommen zu den Sommergesprüchen mit dem Thema.
00:00:28: Winter ist Coming – welche Entscheidungen von heute bestimmen den Winter von morgen?
00:00:35: Der Schwerpunkt des heutigen Gesprächs ist Politik.
00:00:38: Mein heutiger Gast ist eine versierte Podcasterin, bis sie es in den Staatsdienst verschlagen hat.
00:00:45: Frau Elisabeth Zeyedner, Staatssekretärin für Energie, Start-ups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus – herzlich willkommen!
00:00:56: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:58: Frau ZeyEDNER Wie steuert man die Energiewende eines ganzen Landes?
00:01:05: Der Staat ist wie ein Tanker, habe ich mir sagen lassen.
00:01:08: Wenn man da einmal das Ruder reißt sieht man es erst nach einer Zeit wohin wir jetzt genau fahren.
00:01:15: Erzählen Sie ein bissel!
00:01:17: Wie steuert man die Energiewende eines ganzen Landes?
00:01:19: Das ist quasi eine Frage, die uns wahrscheinlich für viele podcastvollen beschäftigen kann aber im Grunde geht's darum dass man die Summe vieler Teile sich ansehen muss und immer die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Teilen.
00:01:34: Wir haben uns ja schon vor einigen Jahren dazu committed, auch die Energiewende auf den Weg zu bringen.
00:01:39: Voraus aus der fossilen Energie, stärker Richtung Elektrifizierung und das bringt natürlich gewisse Herausforderungen mit sich Und auch Herausforderungen oder wie soll man sagen unerwünschte Nebenwirkungen an die man vielleicht von Beginn nicht gedacht hat.
00:01:55: Nehmen wir das Beispiel mit dem Photovoltaikboom.
00:01:58: Auf der einen Seite natürlich ein großartiger Segen für Österreich auch die Möglichkeit für viele Haushalte sich selbst Strom zu produzieren.
00:02:09: Aber auf der anderen Seite sehen wir jetzt die Schattenseiten, dass wir ungefähr vierhundertfünfzig Stunden im Jahr negative Strompreise haben weil wir eben genau zu den Spitzenzeiten zum Mittag viel zu viel Strom im Netz hat wenn die Sonne vor allem richtig scheint und nicht wissen wohin damit.
00:02:27: Das macht es in einem großen System, wie im Staat so schwierig.
00:02:33: einzelnen Herausforderungen, aber auch Besonderheiten der verschiedenen Akteure betrachten muss.
00:02:38: Eine weitere Wechselwirkung zum Beispiel ist das wir dann genau um diese Zeit Laufwasserkraftwerke abstellen müssen die eigentlich grundsätzlich eine gute Base-Load für ein Energiesystem sind und dass auch ziemlich teuer ist.
00:02:52: also genau diese Dinge muss man betrachten.
00:02:55: und wenn man jetzt in so ein großes System eben auch versucht durch neue Rahmenbedingungen einzugreifen wie wir es unter anderem mit dem Elektrik Wirtschaftsgesetz gemacht haben oder jetzt dann auch, wenn es um den Ausbau erneuerbarer Energien geht mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz.
00:03:10: Geht sie immer darüber nachzudenken was würde denn eine Wechselwirkung induzieren?
00:03:18: Und ich glaube, auf das kommen wir ja dann später noch zu sprechen.
00:03:22: Wenn wir jetzt diese Situation richtig analysiert haben wie müssen wir den Strommix neu aufstellen?
00:03:29: Welche Kapazitäten brauchen wir?
00:03:31: wo?
00:03:31: Stichwort Speicher damit wir eben genau das Beste für das gesamte System und auch unsere Volkswirtschaft rausholen.
00:03:38: Ja,
00:03:38: d.h.,
00:03:39: es braucht mehr systemisches Denken.
00:03:41: Ich habe mir gedacht, dass Beispiel Apfelstrudel wäre... ich habe früher mit meiner Oma gezogenen Apfelstudel gemacht.
00:03:48: Das ist so das Netz, wir haben über den Tisch ausgelegt und dann haben wir Äpfel draufgeschmissen.
00:03:53: Und ein bisschen haben wir das jetzt mit der Neuerbahn auch gemacht.
00:03:56: aber irgendwie haben wir nicht geschaut ob jetzt der Strudelteig die Neuerbahnen aushält?
00:04:01: Das heißt, irgendwie muss man da ein Netz picken dort.
00:04:07: Dann braucht es ein bisschen Brösel vielleicht auch noch die Energiespeicher.
00:04:11: Jetzt kommen die Rechenzentren dazu – ein aktuelles Thema!
00:04:15: Wie ziehen Sie den Strudelteig gerade und wieder zusammen, dass sie daraus einen schönen Apfelstrudel für die ganze Nation haben?
00:04:23: Also ich glaube mir gefällt das Beispiel mit dem Backen ganz gut.
00:04:27: Ich glaub beim Verteilen der Äpfel muss man auch auf eine gewisse Gleichmäßigkeit schauen und muss natürlich auch schauen, jetzt im übertragenen Sinn.
00:04:36: Wo habe ich den viel Strombedarf?
00:04:39: Und genau dort sollte ich natürlich die Netze verstärken und genau dort sollte ich natürlich auch schaun dass die Speicher angebunden werden und das sie nicht irgendwo auf die grüne Wiese einen Speicher baue sondern dass sich sage systemdienlich ist es auch dort wo Gesamtnetz den größten Nutzenstifte.
00:04:59: Und wir haben halt nicht überall gleich viel Abnehmer, es ist auch grundsätzlich heißt müssen unsere Netze auch deshalb verstärken weil wir sehr viele Windproduktion im Osten haben aber das dann auch zu gewissen Zeiten in den Westen bringen müssen.
00:05:12: umgekehrt einmal die Speicher-Kraftwerke im Westen und müssen sie in den Osten bringen und die Vision muss eigentlich sein möglichst lokal produzieren, lokal verbrauchen und lokal speichern.
00:05:25: Dann belasten wir die Netze am wenigsten.
00:05:28: Diese einfache Formel jetzt in der Realität umzusetzen ist natürlich nicht so einfach.
00:05:33: Und das gilt genauso für Großabnehmer, sei es ein Rechenzentrum oder eine neue Industrie, die sich wo ansiedelt bis hin zu den Großspeichern.
00:05:42: Wie ziehen Sie denn das gerade?
00:05:44: Also was haben Sie denn konkret vor wie sie die politischen Rahmenbedingungen dafür gestalten, dass Batterien wie Speicher dort sind, also jetzt nicht nur weil es systemdienlich ist sondern haben sie eben irgendwie so eine Karte wo sie sagen okay in Österreich so schaut das fertig aus.
00:06:00: Dort kommt das hin, dort kommt dass hin.
00:06:02: Also was die Netze anbelangt gibt es den österreichischen Netzinfrastrukturplan, der allerdings schon etwas in die Jahre gekommen ist und den wir dann ab Herbst auch in die Überarbeitung geben.
00:06:14: Warum?
00:06:15: Weil die Annahmen wie sich das Strombedarf entwickelt, wie sich die Elektroauto Mobilität entwickelt, deren großen Einfluss darauf hat, wie viel Strom bedarf wir in der Zukunft brauchen, hat sich anders entwickelt als es damals prognosiziert worden ist.
00:06:29: Es ist ein bisschen drunter Und es sind vor allem neue Technologien, wie Speicher in dem Ausmaß die sozusagen auch einen technologischen Sprint sozusagen hingelegt haben.
00:06:41: In den letzten paar Jahren nicht entsprechend berücksichtigt.
00:06:44: und genau das wollen wir in diesem Netzinfrastrukturplan
00:06:49: gerade
00:06:51: ziehen beim Strudel zu bleiben und schauen dass sozusagen die Rosinen, die Äpfel und die Beusel überall richtig verteilt sind um dann Das muss es am Ende sein.
00:07:02: Das Ziel hinter allen unseren Anstrengungen ist ja, dass wir die Versorgungssicherheit in Österreich gewährleisten und dass wir genauso darauf schauen, dass der Strom für Haushalte und Betriebe leistbar bleibt – weil das bestimmt am Ende des Tages, ob wir als Österreich wettbewerbsfähig sind!
00:07:19: Und nona net?
00:07:20: Am besten all das nur mit erneuerbarer Energie.
00:07:27: besondere Rolle, was den Winter betrifft und Sie haben schon sehr richtig gesagt die Produktion ist vordergründig im Osten.
00:07:35: Wir brauchen aber auch vor allem im Winter im Tourismusbereich sehr viel Energie im Westen.
00:07:42: glauben sie wird es möglich sein dass auch Tirol mitzieht bei der Windkraft und dort einmal ein Windgrad aufstellt?
00:07:49: Ja, ich bin mir sicher das auch die Rolle mitziehen wird.
00:07:52: Die Frage ist nur wie schnell wir es gehen und wie schnell findet sich auch ein Konsortium dass ein Windrad baut?
00:07:59: Man hat immer die Vorstellung, die Politik baut Windräder, die Politik baut gar nichts!
00:08:03: Die Politik schafft lediglich die Rahmenbedingungen dafür Investoren und Unternehmen sich zusammentun und verschiedene Technologien implementieren.
00:08:14: Und ich glaube die Rahmenbedingungen in Tirol sind grundsätzlich gegeben, dass was jetzt stattfindet an mehreren Orten sind diese Windmessungen weil natürlich ein Projekt sich nur dann trägt wenn ich auch genug Windertrag zur Verfügung habe.
00:08:30: da wird jetzt nach entsprechenden Stellen gesucht und das Land TiroL hat immerhin eine Prämie von hunderttausend Euro für das erste Windrad ausgegeben.
00:08:38: Ich hoffe, dass Rennen um das erste Windrad ist bald gewonnen.
00:08:43: Es gibt natürlich geografische Vorteile bei gewissen Technologien.
00:08:48: Wir wissen, wir haben Geothermie-Zonen wo man besonders viel Aus der Erdwärme rausholen kann.
00:08:57: Das ist zum Beispiel da rund um Wien, das kann super dann das Wärmenetz von Wien unterstützen.
00:09:03: Da habe ich nicht genau die gleiche geologische Voraussetzung in anderen Bundesländern.
00:09:07: Genauso ist es mit der Wasserkraft.
00:09:09: Ich kann nicht vom Burgenland verlangen genauso viel Wasserkraft wie Wind auf den Weg zu bringen weil es dort das Wasser oder die Möglichkeiten nicht gibt.
00:09:17: Daher glaube ich, dass man Rücksicht auf die Technologie nimmt und aber auf keinen Fall Technologien ausschließt, wenn sie sich wirtschaftlich darstellen lassen.
00:09:26: Und das ist unsere Aufgabe aus Politik und ich glaube man kann es nicht oft genug betonen auch jetzt anlässlich der Hitze und die Diskussionen wie Resilient auch manche Nachbarländer Stichwort Unglern in Bezug auf den Technologiemix aufgestellt sind.
00:09:40: Wenn ich mich abhängig mache von einer einzigen Technologie oder gar einem einzigen Kraftwerkstandort und dann is was Reparatur oder zu wenig Kühlwasser was auch immer, dann gefährdig in Wahrheit ja die Versorgungssicherheit des Landes.
00:09:56: Das heißt viele verschiedene Erzeuger heisst auch große Versorgungssicherheit.
00:10:03: Wird es im ÖNIP auch Batteriespeicher geben?
00:10:07: Batteriespeicherziele oder?
00:10:09: im erneuerbaren Ausbaugesetz gibt's ja auch keine Speicher noch.
00:10:14: Das erneuerbaren Ausbau-Beschleunigungsgesetz hat ein Batteriespeicherziel von fünf Gigawatt vorgesehen.
00:10:19: Also das heißt, ein ganz klares Commitment in dem Bereich auszubauen.
00:10:25: Die E-Kontrolle wird dann bis Ende des Jahres auch die entsprechende Endgeldverordnung erlassen damit sozusagen auch klar ist unter welchen Rahmenbedingungen kann ich marktwirtschaftlich dienliche Batteriespeicher bedienen, dass wir sozusagen der Startschuss sein damit auch die großen Investitionen in Österreich erfolgen können.
00:10:48: Die Herausforderung, die man halt auch bei den Batteriesspeichern haben ist die Standortfrage, die natürlich maßgeblich bestimmt wie sehr dieser Batterie Speicher netzentlastend oder netzbelastend wirkt.
00:11:00: was meine ich damit?
00:11:02: Wenn ich einen Batteriespeicher in die grüne Wiese baue und wegen des grossen, und ich rede jetzt von sehr großen Batteriespeichern deshalb die vorgelagerten Netze verstärken muss.
00:11:13: Dann muss sich als Allgemeinheit in den Netzausbau investieren damit dann jemand seinen Batteriespellcher dort betreibt und mit dem auch Geld verdient.
00:11:22: Und das kostet oder treibt die Netzkosten für alle in der Höhe.
00:11:25: Wir müssen darauf schauen dass es sich die Waage hält vor allem dort beanreizt werden, auch im Sinne von niedrigeren Entgelten.
00:11:36: Wo sie sozusagen wirklich einen Beitrag dazu leisten das Netz zu entlasten und damit am Ende des Tages die Batteriespeicher die Möglichkeit schaffen dass wir die volatile Energie eben genau in jene Stunden bringen die Überschussenergie, wo wir sie dann auch brauchen.
00:11:54: Also zum Beispiel am Abend in der Nacht oder wenn die Sonne nicht scheint?
00:11:57: Aber ist es nicht in der derzeitigen Situation eigentlich jeder Batteriespeicher sehr systemdienlich weil wir so einen Überschuss im Netz haben?
00:12:08: Schön wär's was passiert mit sehr vielen Speichern gerade im Haushaltsbereich ja, wo ja auch zunehmend die BV-Anlagen Mitspeicher gebaut werden dass das Speicher eben so eingestellt ist, dass er die Mittagsspitze abfängt.
00:12:22: Sondern das der Speicher ab dem Zeitpunkt wo die Sonne scheint, sagen wir um acht Uhr beginnt es einen wunderschönen Tag bis elf Uhr spätestens voll gefüllt ist und genau zwischen elf und vierzehn Uhr wo der Meisterstrom im Netz ist dann auch noch einspeist.
00:12:37: Das belastet die Netze.
00:12:41: Einsatz der Speicher.
00:12:42: Und genau an dem müssen wir arbeiten, wie können die auch monetäre Anreize dafür schaffen dass das gemacht wird und wie können wir vor allem auch das Verhalten all jener.
00:12:53: also die großen Speicherbetreiber werden sich schon danach richten weil sie ein anderes ökonomisches Interesse haben aber müssen auch die vielen kleinen Speicher denken.
00:13:02: Wir müssen auch darüber denken was bedeutet die Elektromobilität im System?
00:13:07: Weil ich kann natürlich das Elektroauto um achtzehn Uhr laden am Abend Um achtzehn Uhr, wenn wir wissen dass wir eine Abendspitze haben wo wir nie genug Strom haben sondern noch auf Importe angewiesen sind aus dem Ausland oder ich lade mein Auto in der Nacht oder finde eine Möglichkeit es auch um die Mittagspitze zu machen.
00:13:25: Also das heißt auch da geht's jetzt darum dass man die rechtlichen Möglichkeiten des LWGs für dynamische Tarife die eben ein gewisses systemdienliches Verhalten beanreizen besser ausnützt.
00:13:39: In meinem Gespräch mit dem Herwig Haulen Schild von der Energieallianz haben wir auch das Thema Fixpreise und dynamische Tarife gehabt.
00:13:47: Er hat gemeint, der Großteil der Kunden hat ein Fixpreis.
00:13:53: also dass wird mit den dynamischen Tarifen gar nicht so angenommen.
00:13:58: wie sehen Sie das?
00:13:59: Also es ist in der Politik sie hatten eine gute Idee und in der Bevölkerung dauert das entweder.
00:14:04: oder Glauben Sie, dass es länger dauert bis das irgendwie reingesickert ist oder wird es andere Lösungen brauchen?
00:14:12: Weil die Leute sich vielleicht gar nicht so viel mit Energie beschäftigen wie wir das vielleicht tun.
00:14:16: Ich glaube
00:14:18: was Sie jetzt gesagt haben ist genau der richtige Punkt.
00:14:20: Die Menschen wissen zu wenig über Energie.
00:14:22: Wir haben ein sehr niedriges Niveau an Energiekompetenz in der breiten Bevölkerung.
00:14:29: Der Strom kommt aus der Steckdose und einmal monatlich oder einmal im Jahr bekomme ich eine Rechnung.
00:14:35: Und bis vor wenigen Jahren war Energie überhaupt kein Thema, wirklich losgegangen ist es erst dann wie man in der Ukraine-Krise gemerkt hat oh jetzt wird plötzlich meine Stromrechnung um ein vielfaches teurer.
00:14:47: das war der erste Anreiz dass sich Menschen überhaupt mit dem Thema beschäftigt haben.
00:14:51: So, das heißt erster Schritt den wir tun müssen ist einfach generell die Energiekompetenz zu erhöhen und den Menschen zu erklären welche sie Möglichkeiten haben.
00:15:00: Und wir dürfen natürlich auch niemanden überfordern weil ich kann jetzt nicht verlangen dass sich mal sozusagen überlegt wann schalte ich die Waschmaschine ein?
00:15:09: Wann lade ich das Auto und die Wärmepumpe gehört auch noch betrieben sondern man sollte eigentlich einen ein System schaffen und das wollen wir auch zukünftig durch Förderungen beanreizen, mit dem man sich im Bereich Energiemanagement so aufstellen kann dass weitgehend automatisiert vieles passiert.
00:15:28: Und wenn es automatisiert passiert dann macht's auch Sinn sich für einen dynamischen Trifftriff zu interessieren.
00:15:34: Ansonsten wenn ich sage Ich will mich um all das nicht kümmern will mich nicht selbst weiter optimieren Dann wäre wahrscheinlich der Fix-Tarif das Tügere, der natürlich fix ist.
00:15:49: Damit kann ich sozusagen auch... es ist de facto eine Glättung wo ich auch in Glück kommen kann und gut damit fahre wenn ich bereit bin überhaupt Tarif zu wechseln weil ich glaube dass wär mal sozusagen Der erste Schritt, bevor ich mich überlege einen dynamischen oder fixen Tarif vielleicht zuerst mal überhaupt zu schauen.
00:16:10: In der Tarifklasse wo ich jetzt bin, fixer Tarif habe ich mich einmal im Jahr erkundigt ob das gerade noch das beste Angebot am Markt ist.
00:16:18: und da hat sich auch durch die politische Lenkung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes wirklich einiges getan.
00:16:25: Da hat man gesehen dass die Strompreise tatsächlich bei diesen Tarifen nach unten gegangen sind.
00:16:31: Sie haben gesagt Lenkungsmaßnahmen mit Förderungen, also dass die Energiemanagementsysteme fördern wollen jetzt in Zukunft aktiv?
00:16:41: Genau!
00:16:42: Es gibt jetzt schon aktuell eine Förderung vom Klin, die noch bis Anfang nächsten Jahres abholbar ist wo es ein erster Versuch ist.
00:16:51: aber ich glaube wir müssen das auch breiterflächig ausrollen und Die Fördersysteme, die im Jahr den Weg gebracht wurden sind nicht mehr zur heutigen Zeit passen.
00:17:05: Also ich sage nur Stichwort letzter PV-Förderkohl, wo innerhalb von wenigen Sekunden natürlich alles weg war weil wir de facto gerade eine Technologie fördern die eigentlich keine Förderung mehr braucht.
00:17:19: Ja, das sind klare und mutige Worte, die nicht jeder hören möchte.
00:17:25: beispielsweise mein Vater hat auch angesucht um eine Förderungen und keiner bekommen und sich sehr geärgert.
00:17:32: er kann sich eine Photovoltaikanlage leisten und sie sind günstig genug.
00:17:36: Braucht es manchmal in der Politik einfach klarere Aussagen was das betrifft?
00:17:43: In Österreich lässt sich ungern etwas wegnehmen Weil die Förderung war da, das jetzt rückzunehmen ist eine undankbare Aufgabe.
00:17:52: Aber...
00:17:54: Ja es ist eine unankbare Aufgabe zu überlegen wo man Förderungen vielleicht nicht mehr in der Art und Weise fortsetzt aber ich glaube es führt kein Weg daran vorbei weil ich glaube so wie die Fördereun jetzt aufgesetzt ist hinterlässt sie nur vergremte Menschen.
00:18:10: Es sind vergremten PV-Kunden fremde PV-Unternehmen, die ihre Kunden eigentlich bedienen wollen und dann vielleicht den Auftrag deshalb nicht bekommen oder selbst dann die Schälte dafür bekommen dass sie nicht innerhalb von zwanzig Sekunden den Antrag eingegeben haben.
00:18:27: Also ich glaube es macht niemanden in diesem System
00:18:30: noch
00:18:31: dazu in einer budgetären Lage wo wir einfach auch wissen das wir nicht genug Mittel zur Verfügung haben um sie als Mitnahmeeffekt sozusagen als Geschenk auszugeben.
00:18:46: Und man muss auch wissen, gerade beim ERG haben wir die spezielle Situation dass es ja nicht einfach ein Posten im Budget ist sondern der Förderbeitrag mit dem das ERG gespeist wird ist einen Aufschlag auf jede einzelne Stromrechnung von jedem Privatkunden aber auch von jedem Firmenkunden und Da muss man natürlich auch die Frage nach der Fairness stellen.
00:19:13: Müssen andere sozusagen eine höhere Stromrechnung begleichen, dass sich jemand eine PV-Anlage kauft?
00:19:19: die auch vor vielen Jahren noch förderwürdig war, aber mittlerweile sehr billiger Markt erhältlich ist.
00:19:26: Also das sind um neunzig Prozent die Kosten gesunken und wir erleben jetzt auch ähnliches mit dem Batteriespeichern.
00:19:33: daher muss man die Förderlogik völlig neu denken.
00:19:36: und da sind wir gerade dabei weil uns die Situation nicht gefällt Auch wenn man leider aus gesetzlicher Gegebenheit, also es braucht eine Zweidrittelmehrheit um dieses Gesetz zu ändern noch einmal nach dem gleichen System leider im Oktober einen Vertical durchführen müssen.
00:19:53: Ja
00:19:55: ich muss die Frage stellen fossile Subventionen?
00:19:58: wird sich Österreich davon irgendwann einmal lösen können?
00:20:02: Wir stehen in einem Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität.
00:20:09: In vielen Fällen geht es zusammen, wenn seine Winn-Win-Situation darstellt.
00:20:13: Aber in manchen Fällen sind wir einfach noch nicht so weit.
00:20:16: Solange wir beispielsweise auf dem öffentlichen Verkehr nicht so ausgebaut haben dass Menschen noch aufs Pendeln angewiesen sind und wir jetzt sehr hohe Treibstoffreise haben ist es natürlich klar das es hier weiterhin eine Art Pendlerpauschale braucht.
00:20:37: Auch die Definition, also es gibt eine eigene Arbeitsgruppe im Finanzministerium, die sich übrigens damit beschäftigt wie man das sozusagen überarbeiten kann.
00:20:45: Auch die definition der klimaschädlichen Subventionen muss man natürlich bis zu einem gewissen Grad hinterfragen bei überall dort wo's um Carbon-L leakage Maßnahmen geht und darum geht wettbewerbsfähige Energiepreise für Produktion in Europa oder Österreich sicherzustellen.
00:21:03: Ist halt auch die Frage, was haben wir davon wenn wir am Schluss auch da in den Lieferketten nicht mehr resilient sind?
00:21:10: Also das heißt es steht immer in einem Spannungsfeld.
00:21:12: aber man muss natürlich genau darauf schauen dass diese Subventionen nicht zu einer Lebensverlängerung von an sich nicht zukunftsfähigen Systemen führt.
00:21:25: Aber es hält ja niemanden davon ab, mit dem Elektroauto zu fahren.
00:21:28: Also Sie könnten auch sagen wir fördern Pendeln mit dem E-Auto?
00:21:35: Das könnten wir natürlich sagen.
00:21:36: aber umgekehrt muss man auch ehrlicherweise sagen Es wird ohnehin die Rate an Elektroautos kontinuierlich steigern, aber ein Auto in Österreich wird im Schnitt ungefähr zwölf bis treizehn Jahre gefahren und der Schaden an der Umwelt ist sozusagen ja auch dann, wenn ich sage, ich ersetze jetzt das einfach durch ein neues anderes Auto.
00:22:00: Also ich finde man sollte schon die Ressourcen, die man hat versuchen möglichst lang zu brauchen.
00:22:04: aber gerade die Diskussion um welche alternativen Kraftstoffe wie hoch kann eine biogene Beimengung sein und dadurch den Schadstoffausstoß zu senken?
00:22:14: Das gehört parallel zum incentivierenden Elektromobilität vorangetrieben.
00:22:21: Die Chinesen haben auf Elektromobilität gesetzt.
00:22:23: Ganz klar ist vielleicht das Thema auch, dass wir uns nicht durchringern können, klar zu sagen okay es ist das Elektroauto und das machen wir jetzt?
00:22:33: Ich glaube, dass der Markt immer die Technologie ohnehin bestimmt Und auch ganz klar sieht, dass gerade in der Individualverkehr die Elektromobilität einen ganz großen Raum einnehmen wird.
00:22:50: Wenn nicht überhaupt die führende Technologie.
00:22:52: Umgekehrt habe ich letztendlich wieder eine Firma Opres den Vorarlberg besucht.
00:22:57: Die haben zum Beispiel sich einen Methan-Verbrennungsmotor kombiniert mit Elektro überlegt.
00:23:05: Also eine ganz andere Technologie, die an sich über diese Methanverbrennung und dieses Methan können Sie auch CO² negativ herstellen das Auto antreibt.
00:23:16: solche Antriebstechnologien können auch eine Nische für die Zukunft sein.
00:23:22: Man muss sich noch immer überlegen, wo passt die richtige Anwendung?
00:23:25: und das zeigt uns glaube ich der Markt gerade vor?
00:23:28: Ja, Nische ist sehr gut weil es braucht immer eine Skalierung.
00:23:31: dann auch und die Skalierungen ist glaube ich auch durch China passiert dass das Elektroauto überhaupt so groß geworden ist.
00:23:37: also haben wir in Europa ja auch ganz... Auch durch die Subventionen
00:23:41: die China reingebt und das natürlich ein gewisser Wettbewerbsverzerrung darstellt.
00:23:46: Und die berechtigte Frage ist natürlich wie können da in diesem Markt auch aus Österreich, auch als Produktionsland positionieren.
00:23:56: Und ich glaube, Markner produziert ja weiterhin sehr viele Elektromotoren und ich glaube auch dort müssen wir schauen dass wir Fuß fassen.
00:24:08: Welches energiepolitische Zielbild verfolgt Österreich?
00:24:13: Ich würde es mit drei kurzen Schlagwörtern sicher sauber und leistbar.
00:24:19: Das ist eigentlich das, was es umzeichnet.
00:24:21: Wir müssen schauen, dass wir wirklich eine sichere Energieversorgung garantieren.
00:24:27: Egal ob Sommer-Winter, egal ob Niedrigwasser Hochwasser viel Wind oder wenig Sonne in jedem Hinblick muss die Versorgung gesichert sein.
00:24:38: Das ist für die Bevölkerung wichtig aber auch für den Industriestandort von Relevanz.
00:24:44: dann sauber heißt ganz klar in erneuerbare Energie gehen und möglichst die Fossilen, auch das gerade in der Raumwärme noch ein großes Thema zurück drängen.
00:24:58: Und dort wo wir Hochtemperaturanwendungen in der Industrie brauchen Richtung grünen Wasserstoffe, Infrastruktur entsprechend entwickeln Und leistbar ist völlig klar, wenn die Energie zu teuer ist.
00:25:11: Auch im europäischen auch im weltweiten Vergleich verlieren wir einen Wettbewerbsfähigkeit, verlieren wie ein Wirtschaftswachstum und darauf legen wir natürlich einen besonderen Fokus.
00:25:22: Das ist die Vision.
00:25:23: Je weiter wir es dann immer runterbrechen in der Praxis, desto komplizierter wird das.
00:25:28: oder ja die Länder sagen dann ich will hier keine Windkraft und hier darf kein Batteriespeicher stehen.
00:25:35: oder willkommen rechnen Zentrum.
00:25:39: Runter auf die Gemeinde gebrochen ist.
00:25:41: dann auch wird diskutiert dass mag ich das mag ich nicht not in my backyard.
00:25:46: das Problem Wie können Sie das überhaupt steuern, wenn sie, sag ich mal in der Bundespolitik sitzen und das Ruder in der Hand haben?
00:25:56: Indem wir versuchen die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.
00:25:58: Wir haben gerade zu dieser Nimbi-Mentalität versucht im ERBG einen Passus hineinzunehmen, dass es sozusagen auch die Gemeinden die Möglichkeit haben von einer Windkraftanlage in ihrem Gemeindegebiet zu profitieren und tatsächlich am Erfolg dieser Windkraftanlage mitzupartizipieren.
00:26:22: Sei es jetzt, dass Sie für längere Zeit garantierten Strom für Ihre Bevölkerung zu einem gewissen Preis haben oder dass Sie selbst auch zusätzlich etwas für die Gemeindekasse lukrieren.
00:26:32: Weil ich glaube dort wo die Menschen sehen was es ihnen für einen unmittelbaren Nutzen bringt sind sie auch von solchen Projekten begeistert und man kann in viele Gemeinden gehen die schon seit zehn Jahren Windkraft haben und sagen das ist das Beste was uns hier was passiert ist.
00:26:47: Es ist, glaube ich eher die Angst dort am größten wo man zu wenig Kontakt mit einem Mintrat hatte.
00:26:53: aber auch das müssen wir ändern.
00:26:55: Sehr schön!
00:26:55: Die Gemeinde lukriert Geld.
00:26:57: Das ist jetzt so quasi das was Sie mit diesem Passus geschafft haben?
00:27:01: Ja, dass die Gemeinde auch tatsächlich es ihr erlaubt ist mit denen zu sagen ja können sie die Windkraftanlage bauen aber dafür
00:27:09: wollen wir
00:27:10: als Gemeinde einen monetären oder auch einen Sachbezug im Sinne von gratis Stromleistung.
00:27:15: Das soll sich denn jeder ausmachen, was er in seiner Gemeinde braucht.
00:27:18: aber es ist doch auch schön wenn man sagen kann dieser Kindergarten oder dieses Seniorenheim wurde auch mithilfe der Windkraftanlage um die Ecke finanziert.
00:27:26: Ja, schön!
00:27:29: Wenn Sie jetzt am Ende der Legislaturperiode angekommen sind und sie blicken zurück welche Entwicklungen sind glauben Sie bereits sichtbar?
00:27:38: Und welche Weichen müssen dann immer noch gestellt werden?
00:27:41: Also ich glaube, was definitiv sichtbar ist, ist dass wir die großen richtigen Linien eingeschlagen haben.
00:27:49: Wir werden sicher auch einen gewissen Trendumkehr oder eine Dämpfung der Netzkosten erreicht haben, also gerade über auch die Maßnahmen aus der Reformpartnerschaft erwarte ich mir da schon sehr viel.
00:28:01: Wir werden natürlich noch nicht alles am Potenzial lukriert haben aber die grundsätzlichen Weichen werden die richtigen sein um genau in dieses sicher sauber und leistbar einzuzahlen.
00:28:14: Und Ich glaube dass wir auch In Österreich überall ein Windkraftwerk haben.
00:28:21: Das ist ein schöner Schluss.
00:28:23: Ich habe trotzdem noch eine Frage zur Reformpartnerschaft, weil um diese zu erreichen brauchen sie auch wieder eine Zweidrittelmehrheit?
00:28:30: Das ist jetzt irgendwie ein bisschen kompliziert oder?
00:28:33: Nein das ist nicht kompliziert da es beim LWG- oder beim ERBG
00:28:37: die
00:28:37: sämtlichen Energiegesetzgebungen brauchen bis dato eine Zwei Drittelmeerheit.
00:28:42: Aber ich bin auch da zuversichtlich, dass es schon gute Argumente dafür gibt.
00:28:47: Wenn wir bei Energiereformen schneller sein wollen wenn wir Förderungen wie zum Beispiel das ERG-Gesetz schneller
00:28:55: ändern wollen
00:28:57: weil sich eben Marktgegebenheiten ändern und dass es doch Sinn macht gewisse Dinge mit einfacher Mehrheit zu beschließen also auch da hoffe ich Zwei Drittel Mehrheit für die Verfassungsreform bekommen.
00:29:10: Ich werde auf jeden Fall mein Bestes dafür
00:29:11: geben.".
00:29:12: Also Sie blicken zurück und sagen, die Reformpartnerschaft haben sie auch erreicht in Ihrer Zeit?
00:29:18: Ja!
00:29:19: Frau Ziertner vielen Dank für das offene Gespräch und die vielen Informationen, die Sie geliefert haben.
00:29:25: Und liebe Zuhörerinnen, vielen Dank fürs zuhören!
00:29:29: Wo trifft sich Österreichs Energie-Zukunft?
00:29:32: Am zwölften und dreizehn Oktober finden die EMH-Energie Tage in Wien statt.
00:29:38: Vier Conference Tracks bringen die zentralen Themen der Energiewirtschaft auf die
00:29:42: Bühne –
00:29:43: Netze, Speicher, Wärme und Daten!
00:29:47: Freuen Sie sich auf aktuelle Impulse, hochkarätige Speakerinnen und viel Raum für Austausch & Networking.
00:29:54: Jetzt
00:29:55: anmelden unter imh.at.
00:29:58: slash Energietage – die IMH-Energie-Tage der Branchentreff der österreichischen Energiewirtschaft.
00:30:09: Das war Gegenstrom der Podcast!
00:30:12: Du suchst bei einem Energiethema nach mehr Wissen, Klarheit und Orientierung?
00:30:17: Teil es in den Kommentaren oder abonnier uns doch.
00:30:21: Und wir hören uns nächste Woche überall, wo es Podcasts gibt!
Neuer Kommentar