Sommergespräch 04 - Saisonale Speicher

Shownotes

Welche Rolle spielen saisonale Energiespeicher für die Energiewende?

Im Sommer produzieren wir oft mehr erneuerbaren Strom als benötigt wird – im Winter fehlt genau diese Energie. Wie lässt sich dieses Problem lösen?

In der vierten Folge der „Sommergespräche“ spricht Angelika Kabrt mit Stephan Bauer von der RAG Austria darüber, warum saisonale Wasserstoffspeicher als fehlendes Bindeglied der Energiewende gelten, wie sie funktionieren, welche Rolle sie für einen klimaneutralen Winter spielen und was jetzt passieren muss, damit der Wasserstoffhochlauf gelingt. Außerdem geht es um die Kosten saisonaler Speicherung und die Frage, warum Österreich mit seinen Untergrundspeichern eine besondere Rolle in Europas Energiezukunft spielen könnte.


Unterstützt von RAG Austria – Renewable Energy and Gas - im Sommer an den Winter denken.


Dieses Gespräch wurde am 15.7.2026 aufgezeichnet und kann auch als Video angesehen werden: https://youtu.be/tpEuf_hMxM4?si=lwAlTcMevsdoEpfy

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Gegenstrom, dem Podcast zur Energiewende.

00:00:08: Wissen, Klarheit, Orientierung in allen Themen rund um die Energiewirtschaft in Österreich!

00:00:15: Ich bin Angelika Kabrit und das sind die Sommergespräche für den Winter.

00:00:25: Unterstützt von RAK

00:00:26: Austria

00:00:27: Renewables & Gas im Sommer an den Winterdenken.

00:00:33: Herzlich willkommen zu den Wintergesprächen im Sommer, so wir drehen es heute um.

00:00:39: Stefan Bauer von der RAG ist mein heutiger Gesprächspartner.

00:00:42: Herzlich Willkommen!

00:00:44: Danke für die Einladung.

00:00:46: Gleich habe ich eine Anfangsfrage.

00:00:48: Die RAG hatte ursprünglich geheißen Rohölauffindungsgesellschaft.

00:00:53: Was hat das mit der Energie Zukunft zu tun?

00:00:57: Ja, dieser Name ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr existent.

00:01:02: Wir heißen jetzt Rack Austria AG mit dem slogan Renewables and Guests und dieser Slogan ist eigentlich auch Programm und das verfolgen wir jetzt schon seit vielen Jahren.

00:01:16: Und ja, glaube ich trifft sehr gut den Punkt.

00:01:20: Ihr habt euch dem Thema saisonale Speicher gewidmet und das ist auch heute das Thema dieser Folge.

00:01:25: Warum brauchen wir überhaupt einen saisonalen Speicher?

00:01:28: Warum geht es nicht nur mit Batteriespeichern oder Pumpspeicherkraftwerken?

00:01:33: Ja, saisonalte Speicher sind jetzt auch nicht neu und hat's auch in der Vergangenheit schon gegeben.

00:01:41: Es gab immer die Erdgas-Speicher.

00:01:45: Früher bei den Kohlekraftwerken sind die Kohlehaufen vor dem Kraftwerk gelegen.

00:01:51: Auch im Einzelhaushalt, wenn man einen Kachelofen hat, legt man sich Holz vor die Haustür.

00:01:58: Also Energiespeicher – auch saisonale Energiespeicher sind jetzt nicht neu!

00:02:04: Ich glaube sie werden jetzt im Zuge der Energiewende einer breiteren Öffentlichkeit bewusster weil wir halt wahrnehmen dass die Sommersonne nicht das ganze Jahr scheint, sondern eben im Sommer.

00:02:18: Und gleichzeitig haben wir im Winter aber einen höheren Energiebedarf und wir müssen das in irgendeiner Form ausgleichen.

00:02:24: Und dazu gibt es eben diese saisonale Speicher, die sich einer Speicherung in Molekülform bedienen – also nicht nur die Elektrizität der Energie, sondern wir wandeln Energie in einen Energieträger um, der dann speichert.

00:02:40: bei diesem großen Stil Und das ist eine ganz andere Dienstleistung, als es die typischen Stromspeicher-Methoden, Batteriebumbspeicher erbringen, wo's eher um den kurzzeitigen Ausgleich geht.

00:02:56: Also Tagnachtausgleich.

00:02:58: Was haben denn die Speicher für einzelne Funktionen, sag ich jetzt mal?

00:03:01: Wenn du die unterschiedlichen Technologien dir anschaust...

00:03:06: Ja!

00:03:06: Also wenn man jetzt denkt an Batterien, das ist eben der Tag-Nachtausgleich.

00:03:12: Da geht es darum relativ wenig Energie zu speichern aber dafür viele Zyklen im Jahr zu fahren und so eigentlich auch einen guten Energieumsatz übers Jahr zusammenzubringen.

00:03:28: Aber wie gesagt, das sind kurze kleine Zyklen leben davon, dass sie oftmals Energie pumpen und dann auch wieder zu Strom zurückwandeln.

00:03:43: Das ist kein Saisonalspeich im klassischen Sinn der eben charakterisiert ist durch kumulieren über den Sommer, Energie sammeln und dann in Winter verfügbar machen wenn Energie mangelware ist.

00:03:58: Und ja, man kann da auch Anleihen nehmen an der Landwirtschaft zum Beispiel nicht.

00:04:04: Auch da wird im Sommer die Ernte eingebracht um sie dann im Winter verfügbar zu haben.

00:04:08: wir wollen auch in Winterbrot packen und brauchen dann hier Getreide oder Mehl das wir im Sommer geerntet haben.

00:04:16: Wie funktioniert denn das genau?

00:04:17: Mäh ich dann auf einmal alles ein und fühl meinen Speicher?

00:04:24: Konkret geht es so, dass ich einerseits eine sogenannte Elektrolyse betreibe.

00:04:30: Wo Strom in ein speicherbares Molekül Wasserstoff umgewandelt wird und dieser Wasserstoff kann ich dann in Untergrundspeichern lagern.

00:04:45: Das sind in unserem Fall ausgeförderte Erdgaslagerstätten die zu einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden den ganzen Sommer übereinsammeln und den ganzen Winter über dann wieder davon zähren.

00:04:58: Und wenn ich jetzt also mit dem Batteriespeichern glättere ich die Spitzen, wann fühle ich meinen saisonalen Speicher an?

00:05:06: Wie funktioniert das genau?

00:05:07: Also der System sage ich mal in Zukunft, wenn es fertig ist und funktioniert!

00:05:14: Ja, im Idealfall wirken diese unterschiedlichen Speichertechnologien auch zusammen und ergänzen sich.

00:05:19: Also es geht nicht darum jetzt da irgendwie in Konkurrenz zu treten – es sind wie gesagt unterschiedliche Dienstleistungen die hier erbracht werden und die wir alle oder beide brauchen in einem künftigen Erneuerbaren-Energiesystem.

00:05:35: Und im Idealfall läuft ja die Elektrolyse bzw der Wasserstoffspeicher relativ konstant dann in den Sommermonaten und wird von der direkten Erzeugung, also vom BV-Anlagen oder auch Windkraftanlagen bedient aber auch aus den Kurzzeitspeichern die sich dann wieder entleeren um die nächste Tagesspitze aufnehmen zu können.

00:05:59: Das heißt alles was sie im Sommer so an Überschüssen anfällt wird... Also so wie ich das verstanden habe muss das Konstant, also der Speicher die Elektrolyse muss konstant laufen Ja.

00:06:11: Es muss nicht zwingend konstant sein, aber... ...damit sich die Investition auszahlt ist es natürlich günstig wenn es relativ konstant läuft und auch gute Volldass-Stunden zusammenbringt.

00:06:26: Die Einspeicherung!

00:06:27: Und das wäre so quasi der Sommer.

00:06:30: und wenn ich jetzt den Winter dazu baue wie schaut das dann im Winter aus genau?

00:06:35: Im Winter kann ich dem Wasserstoff aus diesen Lagerstätten entnehmen Und dann dem Energiesystem zuführen und aber auch in unterschiedliche Anwendungen bringen.

00:06:48: Das können Kraftwerke sein, die dann wieder Strom- und Wärme erzeugen, die wir im Winter brauchen.

00:06:53: Das kann aber auch die Industrie sein, der den Wasserstoff vielleicht in stofflichen Anwendung braucht und die wir ja auch dekarbonisieren müssen.

00:07:03: Also so kann grüner Wasserstoff den heute fossileerzeugten Wasserstoff ersetzen.

00:07:10: Aber es ist auch denkbar, dass das Wasserstoff in der Schwerkraft-Mobilität zum Einsatz kommt.

00:07:17: Das ist ein schöner Nebeneffekt dieser saisonalen Speicherung, dass ich mit dem Wasserstoff eine breitere Energielandschaft bedienen kann und Breitere Anwendungen dekarbonisieren kann – nicht nur die Stromwelt.

00:07:35: Die Stromwelt selber!

00:07:37: ist ja heute vielleicht vielleicht von zwanzig Prozent unseres Energiebedarfs und der Rest spielt sich in der Molekülwelt ab.

00:07:49: Wie sieht der Umbau aus, sag ich jetzt mal?

00:07:51: Also die Wärmewände sind ein Riesenthema.

00:07:56: Und Wasserstoff ist noch nicht da.

00:07:58: wie passt das System zusammen in Zukunft?

00:08:00: dann einmal wenn es fertig ist?

00:08:05: Wir sehen ja jetzt schon, dass es teilweise ein bisschen auseinanderläuft momentan.

00:08:11: Also einerseits findet die Elektrifizierung statt in der Raumwärme und in der Mobilität – das ist gut so!

00:08:17: So können wir doch auch deutlich effizienter werden in der Zukunft aber gleichzeitig schaffen wir uns eine Nachfrage oder einen Bedarf an Strom genau zu jenen Zeitpunkten.

00:08:31: also wenn ich jetzt an Wärmepumpen denke wo erneuerbare Strom nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht.

00:08:40: Und aktuell ist es so, dass wir – das haben wir jetzt im vergangenen Winter auch sehr gut gesehen – also ein neuerbares Angebot fast gar nicht vorhanden.

00:08:50: Extremes Niederwasser in der Donau.

00:08:53: BV ist im Winter sowieso schwierig.

00:08:55: Drei

00:08:55: Wochen Finster in Wien?

00:08:57: Ja, Nebel und so weiter!

00:08:59: Der Wind weht halt auch nicht immer.

00:09:02: Was wir gesehen haben, ist eine extreme Importabhängigkeit beim Strom.

00:09:06: Und was importieren wir konkret?

00:09:08: Das ist halt Kohle- und Atomstrom.

00:09:11: Einerseits haben wir dann wiederum die Abhängigkeit vom Ausland und andererseits ist das nicht der schöne grüne Strom, den wir uns vorstellen.

00:09:21: Das würde auch dieses System nützen der eigenen Ressourcen Befürworten, dass ich mir den Sommerstrom jetzt nicht her schenke oder ins Ausland herschenke in der Regel.

00:09:40: Vielleicht sogar auch noch zahlen muss dafür, dass er wegkommt sondern dass ich den nützen kann und hier Wertschöpfung generieren kann, auch ein bisschen Resilienz in das System bringen kann.

00:09:54: Gut!

00:09:55: Das heißt erneuerbare Ausbau alles was wir in Österreich haben nutzen.

00:10:02: trotzdem wird sich es nicht ausgehen.

00:10:06: also wir werden auch wenn wir Wasserstoff haben wollen, werden wir ihn importieren müssen.

00:10:12: Wenn wir unsere Industrie dekarbonisieren.

00:10:15: Wie funktioniert das jetzt?

00:10:16: Oder es sind beim Wasserstoff die meisten Fragen offen.

00:10:23: Allen voran der Hochlauf.

00:10:25: Genau wie funktioniert's deiner Meinung nach?

00:10:29: Ja also da stimmt natürlich dass wenn wir die Energiewende zur Ende denken wir auch hier importieren werden müssen.

00:10:40: Wenn wir davon ausgehen, dass wir weiter in Österreich Industrie haben wollen und eine florierende Wirtschaft haben wollen ganz wird sich das nicht ausgehen.

00:10:49: Dass wir den gesamten Wasserstoff hier im Land erzeugen können.

00:10:55: Importstrategien gibt es, die werden auch weiter verfolgt.

00:10:59: Aber gerade hier ist es auch wichtig dann die Importe entsprechend abzusichern und zu strukturieren – auch hier kommen die Speicher, die Wasserstoffspeicher wieder ins Rampenlicht.

00:11:13: Das ist dann eine ähnliche Beziehung wie wir's heute haben im Bereich Erdgas wo wir eben auch mit Speichern vor Ort absichern und hier bedarfsgerecht strukturieren.

00:11:29: Ja, also hier ist einfach nur darauf zu achten dass man dann vielleicht nicht nur auf eine Importroute setzt oder auf ein Herkunftsland

00:11:36: setzt.

00:11:37: Diversifizierung, ja!

00:11:39: Diversifikierung wenn man die von Anfang an mit betrachtet hilft das

00:11:44: ich glaube

00:11:44: es kommt aber auch nichts von alleine sondern wichtig ist dass wir hier in Österreich einmal lokal anfangen und so hat sich beim Erdgas ursprünglich auch angefangen.

00:11:54: Man hat was gefunden, man hat hier mal eine lokale Infrastruktur errichtet und Betriebe damals von Öl auf Gas umgestellt oder von Kohle auf Gas Umgestellt.

00:12:04: Ähnlich kann man es jetzt beim Wasserstoff machen, dass man hier lokal einmal anfängt, lokale Wertschöpfung generiert, lokaler Infrastrukturschaft und auch die ersten Anwendungen ins Feld bringt.

00:12:15: Und die Importe werden dann schon irgendwann kommen!

00:12:21: Also es ist genau das, was ihr eigentlich macht.

00:12:24: mit euren Versuchen sag ich jetzt mal oder wie weit seid ihr schon?

00:12:29: Ihr wollt's in die Skalierung gehen.

00:12:30: Nämlich einmal alle wollen in die skalierung gehen Aber irgendwo fehlts da noch.

00:12:36: Wie weit seid sie denn schon und was habt ihr als nächstes vor?

00:12:41: Ich glaube wir sind schon sehr weit gekommen den weltwert ersten reinen Wasserstoffspeicher in so einer ausgeförderten Erdgaslagerstätte.

00:12:51: Den betreiben wir schon in der vierten Saison, sehr erfolgreich!

00:12:54: Wir sind da sehr zufrieden wie die Technologie funktioniert und welche Erkenntnisse wieder rausgewonnen haben.

00:13:01: Und wir haben auch in einem großen EU-Projekt in dem Projekt EUH-Dustars schon die Skalierungsschritte angefangen.

00:13:10: Wir haben Machtbarkeitsstudien gemacht für skalierte Projekte, also wir können das schon ganz gut einschätzen und werden bereit in diese Skalierung zu gehen.

00:13:21: Und hier ist auch zu erwähnen dass die Notwendigkeit ja auch schon gut dokumentiert ist.

00:13:29: Es gibt eine Studie vom BMWET wo der Bedarf an Wasserstoffspeichern für Österreich definiert ist oder abgeschätzt worden ist.

00:13:39: Aber es gibt auch europäische Studien, die für ganz Europa einen entsprechenden Bedarf abschätzen und das teilweise schon ab zwanzig-dreißig ja?

00:13:48: Und wenn ich jetzt denke wir haben heute zwanzIG-sechsundzwanzig und ein Bedarf für zwanzigg dreißig ist dokumentiert dann müssten wir eigentlich längst mit diesen Projekten konkret beginnen, weil die bauen sich ja auch nicht von heute auf morgen und Genehmigung usw.

00:14:10: Ein bisschen tun wir uns natürlich schon noch schwer.

00:14:15: also einerseits wird gerade am Regulatorischen Rahmen, am Marktdesign gearbeitet hier ist einiges in Entwicklung, Gaswirtschaftsgesetz neu ist ein Stichwort.

00:14:28: Auf der anderen Seite braucht es natürlich Investitionssicherheit.

00:14:34: Wenn man so ein Großprojekt angeht mit doch erheblichen Investitionen, dann kann man sich nicht jetzt auf ein kurzes Flackern am Markt verlassen und sagen ich unterschreib da jetzt einmal einen zweijahres Vertrag.

00:14:50: das ist nicht die Investitions-Sicherheit, die wir brauchen um so ein Projekt zu stemmen.

00:14:56: Und da geht es uns aber ähnlich wie die Wasserstoff-Beitleininfrastruktur.

00:15:02: Auch dort ist es ja in Diskussion oder vereinbart, dass es hier eine gewisse Risikoabsicherung gibt damit diese Marktentwicklung dann tatsächlich stattfinden kann.

00:15:16: und etwas Ähnliches würden wir uns erwarten für den Wasserstoffspeichermarkt Wenn man sich zurückerinnert, auch die Erdgas-Speicher sind eben mit langfristigen Verträgen entstanden und dann hat sich der Markt weiterentwickelt.

00:15:32: Und heute stehen wir bei relativ kurzfristigem Vertregen um seinem sehr wohl Adilmarkt.

00:15:39: Das gibt es nicht auf Knopfdruck beim Wasserstoff?

00:15:43: Ein gutes Stichwort!

00:15:46: Beim Gas war es ursprünglich so, dass ... also man hat das aufgebaut Und der Markt, also die Liberalisierung kam ja dann danach erst.

00:15:55: Beim Wasserstoff wollen wir es jetzt umgekehrt machen.

00:15:58: Wir fangen gleich mit dem Markt an Das soll gleich alles marktwirtschaftlich funktionieren.

00:16:05: Kann das funktionieren?

00:16:10: Ja und nein?

00:16:11: Also ich will den Markt nicht schlechtreden.

00:16:16: Es ist schon gut wenn es einen Markt gibt Aber es braucht am Anfang eben schon strategische Instanzen, die hier Risiko rausnehmen.

00:16:30: Weil sonst die Unternehmen sowie eben die RAG Austria nicht investieren kann.

00:16:39: Da bringe ich die Investitionsentscheidung nicht zusammen.

00:16:41: Das lässt die Unternehmensstruktur nicht zu.

00:16:45: Da haben sich früher ... staatliche Unternehmen leichter getan.

00:16:50: Diese Sicherheit, die jetzt die Wasserstoffwirtschaft braucht, kannst du das vielleicht einmal in Zahlen gießen?

00:17:00: Wie schaut es aus mit Einspeicherung oder wie viel ... Es heißt über Wasserstoff ist so teuer und das rechnet sich nicht.

00:17:08: Wie schaut der Stand jetzt aus und in welche Richtung könnte das gehen wenn wir's aus dem Markt

00:17:13: sich

00:17:13: betrachten?

00:17:14: Ja, also das ist natürlich eine entscheidende Frage auch für uns.

00:17:18: Wir überlegen uns zu welchem Preis können wir diese Dienstleistung einmal anbieten und wohlwissend dass die Wasserstoffwelt nicht günstiger sein wird als die Erdgaswelt?

00:17:33: Es liegt doch in der Physik oder in der Natur der Sache.

00:17:37: Wasserstoff ist einfach eine dünnere Suppe hat weniger Energiegehalt pro Volumenseinheit Und die wird von uns umgeschlagen, also muss sich das im Preis widerspiegeln.

00:17:47: Wir haben jetzt diese Machbarkeitsstuhe, in die ich vorher genannt habe zum Andersen genommen, um das einmal ein bisschen grob abzuschätzen und sind da auf eine Speicher-Dienstleistungstarif gekommen von etwa dreißig bis vierzig Euro pro Megawattstunde Wasserstoff.

00:18:04: Das mag jetzt auch viel klingen... Klingt viel!

00:18:11: Aber man muss ja dann, wenn man das wieder auf den Gesamtmarktwasserstoff umschlägt und davon ausgeht, dass nicht jedes Molekül-Wasserstoff auch durch den Speicher wandert.

00:18:23: Sondern eben durch den Industriebedarf der relativ konstant ist oder durch Mobilitätsbedarf.

00:18:30: Also da findet er eine gewisse Kettung statt.

00:18:32: Und wenn wir jetzt davon ausgehen, dass vielleicht zwanzig, fünfundzwanzig Prozent des Gesamtumsatzes Wasserstoff dann tatsächlich im Speicher landen, dann reduziert sich natürlich auf das Kilogramm oder auf die Megawattstunde Wasserstoff.

00:18:49: Der Preis ist schon noch mal signifikant also dann sind wir irgendwo bei ca.

00:18:56: mit dem Wasserstoff umsatz.

00:19:00: Und ich glaube dass es schon ein vertretbares Maß und wie gesagt de facto auch ein bisschen alternativlos, nicht?

00:19:10: Wenn wir wirklich eine vollständige Decarbonisierung wollen.

00:19:15: Wenn wir natürlich die Lücken weiter mit Erdgas füllen und im Sommer den Strom weiter die Donau runterfließen lassen ohne dass man ihn nützen so wie das heute in somertagend durchaus üblich ist ja dann müssen wir es einfach in die Hand nehmen.

00:19:33: Und umgekehrt glaube ich ist es aber auch eine Riesen Chance, wenn man das aus der volkswirtschaftlichen Perspektive betrachtet.

00:19:40: Wir investieren in erneuerbare Erzeugungsanlagen BVW und so weiter – wir fördern das teilweise auch!

00:19:46: Aber all das geht ja teilweise schon ins Leere, weil das immer alles gleichzeitig produziert, wo mit dem Strom eh nichts mehr anfangen kann.

00:19:57: aus diesen Investitionen nutzen zu ziehen und die Energie tatsächlich zu speichern und für den Winter aufzubewahren, glaube ich ist auch ein entscheidender volkswirtschaftlicher Faktor.

00:20:10: Wir werden denn eure Kunden sein in Zukunft also

00:20:16: bleiben

00:20:17: die gleich?

00:20:17: Jetzt sind so die Gaskunden, sind die Wasserstoffkunden oder verändert sich das?

00:20:24: Ja also wir gehen davon aus, dass das ziemlich ähnlich sein wird.

00:20:27: Dass Händler hier Kunden sind die aus Marktpreis Differenzen zum Beispiel zwischen Sommer und Winter einen Vorteil aus dieser Speicherdienstleistung ziehen.

00:20:43: Dass es Energieversorgungsunternehmen sind die hier Vorsorge treffen müssen dass es importöre sind, aber auch Industriekunden könnten bei uns Wasserstoffspeicherdienstleistung buchen.

00:21:00: Als Energieversorger mit, wenn man viel Speicher drinnen hatte bisher im Gasportfolio war schon so das dem Preis teilweise erhöht hat.

00:21:15: Wenn jetzt der Wasserstoff Wenn die Einspeicherung so teuer ist, wie funktioniert das dann am Markt?

00:21:24: Ist es nicht eine Benachteiligung, wenn ich einspeiche.

00:21:27: Wie agiere ich als Unternehmen?

00:21:28: oder am besten speichere ich nicht ein?

00:21:31: Dann habe ich das volle Risiko und nehme ein bisschen Risiko.

00:21:34: Weißt du was ich meine?

00:21:37: Wenn es einmal einen liquiden Wasserstoffmarkt gibt, grünen Wasserstoffmarkt gibt, gehe ich davon aus, dass der ja jetzt zeitliche Schwankungen haben wird.

00:21:48: Also so wie der Erdgasmarkt bisher auch?

00:21:50: Ja, oder auch wieder Strommarkt jetzt.

00:21:53: Die Megawattstunde im Sommer zum Mittag ist null oder negativ und die Megawattsstunde Strom im Winter bei minus zehn Grad und Finsternis geht dann schneller mal auf zwei, drei Hundert oder mehr hinauf.

00:22:09: Und das sind einfach diese Spannen in denen sich der Speicher dann ausgehen wird.

00:22:21: Wir sind fast am Ende unseres Gesprächs angekommen.

00:22:24: Welche drei Maßnahmen würdest du priorisieren, damit wir in Österreich einen klimaneutralen Winter haben?

00:22:35: Ja, ich glaube man kann es reduzieren auf...

00:22:38: Eine?

00:22:39: Nein, nein!

00:22:39: Ich würde schon drei nennen.

00:22:42: Also erstens ... Erneuerbare ausbauen, was geht.

00:22:47: Das ist sowieso geboten.

00:22:48: Stunde weil der Strombedarf noch steigen wird und weil das die Basis ist sich überhaupt etwas auf die Seite legen zu können.

00:23:02: Die zweite Maßnahme ist sicher dass man in die Elektrolyse investiert oder in Elektroloeseure investiert.

00:23:09: und diese Umwandlungsdienstleistung, die Herr Pracht wird forciert.

00:23:15: Da glaube ich ist schon auch notwendig, dass man vielleicht bewusst Förderinstrument ... Also das ist ja der eigentlich teure Teil an der ganzen Geschichte.

00:23:24: Den Elektro- lyseur bauen und aufstellen so quasi?

00:23:28: Also

00:23:28: da

00:23:28: die Investitionsentscheidungen zu treffen, dass sich im Baue

00:23:33: Aber hier zum Beispiel ganz bewusst Einnahmen aus den CO-Zweihemissionskosten umzulenken, um dann wieder heimische Wertschöpfung zu schaffen und Wasserstoffe erzeugen zu können.

00:23:48: Wie

00:23:51: ein Gedanke, der das hier fassieren.

00:23:54: Aber da kommen viele Aspekte dazu.

00:23:55: jetzt von der Anerkennung der Systemdienlichkeit dieser Elektrolyseure.

00:23:59: Das wird ja auch gerade sehr erheftig diskutiert!

00:24:02: Ja, aber so viel Zeit haben wir noch?

00:24:06: Da hacke ich vielleicht auch noch einen, weil gerade eine Veranstaltung war.

00:24:11: von der E-Kontrolle zu dem... wie schaut man das bei den Elektrolysören aus?

00:24:15: und der Systemdinlichkeit sind sie systemdienlich?

00:24:20: Ja, nach dem aktuellen Entwurf der E-Kontrolle sind sie eher nicht systemdienlich oder nur dann systemdientlich wenn Sie auch eine Wiederverstromung beinhalten und quasi den Strom zurück ins System geben.

00:24:32: Was

00:24:32: aber unfassbar ineffizient ist sage ich jetzt einmal.

00:24:36: also Es wäre natürlich toll, wenn wir so viele erneuerbare Energien hätten.

00:24:44: Dass wir, sagen wir, speichern alles in Wasserstoffspeicher ein und dann verstromen wir ein bisschen Wasser und der Rest fließt in die Industrie.

00:24:51: aber es ich...

00:24:52: Also eine Elektrolyse wäre dann... Auch

00:24:53: wenn ich optimistisch bin!

00:24:55: Vielleicht netzdienlich?

00:24:57: Aber nicht systemdiendlich.

00:24:58: Systemdindlich heißt ja dass sich eben über das Systemgrenzen eines einzelnen Energieträgers denke und vom Strom durchaus einmal in die Gaswirtschaft rüberkomme.

00:25:09: Und wenn ich dann zum Beispiel anschaue, dass die österreichische Wasserstoffstrategie, die auch vor etlichen Jahren verabschiedet worden ist, dort sieht man eigentlich die Wasserstoffanwendung v.a.

00:25:20: mal in der chemischen Industrie, weil ich dort den besten und unmittelpassten Effekt erzielen kann – das wäre doch systemdienlich, wenn ich elektrolyseure netzdienlich betreiben kann, aber den Wasserstoff dann systemdienlich in der chemischen Industrie zum Einsatz bringen kann.

00:25:40: Und das sehen wir noch nicht abgebildet.

00:25:43: und dann gibt es aber noch etliche andere Maßnahmen.

00:25:46: jetzt, dass man befristet anerkennt, dass das Wasserstoffblending im Erdgasnetz z.B.

00:25:50: zulässig ist und die CO²-Einsparung damit anerkannt wird.

00:25:57: Fehlt noch so quasi?

00:25:59: Also bei den Elektrolyseuren kann man einiges machen, um

00:26:03: einen Schubs

00:26:04: zu geben.

00:26:06: Und die dritte Maßnahme ist dann natürlich die Speicherung selber, die das System komplett macht.

00:26:15: und hier sind es auch noch ein passendes Marktdesign...

00:26:23: ...das im Sommer kommt!

00:26:25: Schauen wir mal.

00:26:26: Welcher

00:26:27: Sommer?

00:26:29: Und dass dann letztendlich Investitionen auslöst, ja...

00:26:32: Noch eine Abschlussfrage sind die Speicher nicht ein unfassbarer Schatz in Österreich.

00:26:37: also das zeichnet uns ja schon auch aus, dass wir extrem viele solche Speicher haben, die wir nutzen könnten.

00:26:44: Absolut!

00:26:46: Also wir nutzen sie jetzt schon, aber eben dann immer ein

00:26:49: neuer Basis-System.

00:26:50: In der Erdgaswelt sind wir de facto letztendlich auch mit den Speichern eine Drehscheibe in Mitteleuropa und wirken mit unseren Speicheren auch weit über die Landesgrenzen hinaus und haben letztendlichen damit auch Wertschöpfung in Österreich.

00:27:07: Und ähnliches kann man sich in der Wasserstoffwelt Erwarten oder die Entwicklung geht in diese Richtung.

00:27:14: Also, die Speicher von denen wir hier sprechen in Oberösterreich und Salzburg liegen de facto ja dann am Schnittpunkt auch dieses viel zitierten Heideltschen Backbone in Europa wo aus dem Süden, aus dem Osten, aus den Norden die Äste zusammenkommen Und ein Speicher genau an diesem Schnittpunk der einzelnen Äste ist ja quasi prädestinierter.

00:27:38: Ja, also wir hätten dann wieder eben irgendwie... Also wenn wir sie nicht nutzen, dann würden wir auch eine zentrale Rolle in Europa verlieren als Speicher.

00:27:46: Definitiv!

00:27:47: Finde ich ein schönes Schlusswort.

00:27:49: Dankeschön für das interessante Gespräch und liebe Zuhörerinnen, danke fürs Zuhören.

00:27:55: Ich sage auch Danke.

00:28:00: Das war Gegenstrom der Podcast.

00:28:03: Du suchst bei einem Energiethema nach mehr Wissen, Klarheit und Orientierung?

00:28:08: Teile es in den Kommentaren oder abonnier uns doch.

00:28:12: Und wir hören uns nächste Woche überall wo es Podcasts gibt!

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