Sommergespräch 03 - Erzeugung

Shownotes

Welche Rolle spielt Windkraft für die Stromerzeugung und wie kann Österreich seine Ausbauziele erreichen?

In der dritten Folge der „Sommergespräche“ spricht Angelika Kabrt mit Karl Gruber, Geschäftsführer von ImWind, darüber, warum Windkraft insbesondere für die Versorgung im Winter entscheidend ist. Gemeinsam werfen sie einen Blick darauf, weshalb der Ausbau derzeit stockt, welche Hürden bestehen und warum Ausschreibungsvolumina, Warteschlangenabbau und Netzausbau entscheidende Faktoren für das Gelingen der Energiewende sind. Wer wissen möchte, warum Energiepolitik immer auch Wirtschafts- und Industriepolitik ist, hört gerne in die neue Folge rein.


Unterstützt von IM WIND – Wer an morgen denkt, muss heute handeln


Dieses Gespräch wurde am 17.7.2026 aufgezeichnet und ist als Video abrufbar unter https://youtu.be/WHGdd7kHULE

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Gegenstrom, dem Podcast zur Energiewende.

00:00:08: Wissen, Klarheit, Orientierung in allen Themen rund um die Energiewirtschaft in Österreich!

00:00:15: Ich bin Angelika Kaabrit und das sind die Sommergespräche für den Winter.

00:00:25: Unterstützt von im Wind Wer an morgen denkt muss heute handeln.

00:00:30: Herzlich willkommen zum heutigen Sommergespräch.

00:00:33: Mein Gast ist heute Karl Gruber, Geschäftsführer von im Wind.

00:00:37: Herzlich Willkommen!

00:00:38: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:40: Wir haben uns ja bei der Wasserkraft kennengelernt und sehen uns jetzt wieder bei der Windkraft.

00:00:45: Ich finde das ist auch irgendwie ein schönes Bild für das österreichische Stromsystem, dass er auf Wasser basiert und sich Richtung Wind weiterentwickeln sollte.

00:00:55: Wo stehen wir denn heute bei der Energiewende und warum wird sie im Winter entschieden?

00:01:02: Ich glaube die Energiewände, also die Wende von dieser alten Welt in der es halt in Österreich viele Wasserkraftwerke gegeben hat.

00:01:10: Und dann die sogenannte thermohydroholische Kupplung oder dann thermische Kraftwerke, die alles das produziert haben was die Wasserkraftwerke nicht machen konnten.

00:01:18: Die hat ja in Wirklichkeit mit der Liberalisierung in den neunziger Jahren geendet.

00:01:24: Da hat man dann von einem Kostenverrechnungs-Sosystem der gesamten Energiewirtschaft auf ein marktwirtschaftliches System umgestellt.

00:01:35: Und dann gab es eigentlich zwei Jahrzehnte, in denen die Wogen so ein bisschen hin und her gegangen sind – das hat auch ein bisschen mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu tun gehabt.

00:01:43: also die Energiewissenschaften sind immer sehr stark mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung verbunden.

00:01:48: Energie oder auch Strom ist ja die wichtigste Vorleistung für alles was wir da so tun.

00:01:52: Wenn er weg ist, merkt man das sofort und überall.

00:01:55: Und jetzt ist es aber so dass die Notwendigkeiten der Decarbonisierung und der Energiewende dafür sorgen, dass man zwei Energiequellen viel stärker ausbaut als das in der Vergangenheit war.

00:02:08: Das sind wesentlichen die Photovoltaik und die Windkraft.

00:02:12: Die haben halt ganz unterschiedliche Voraussetzungen Und die Windkraft ist heute eine skalierbare Energieform, die halt auch im Winter dafür sorgt, dass es hell und sozusagen auch warm in den Stuben wird.

00:02:33: Das sind wir glaube ich aus den Startblöcken heraus.

00:02:36: Ich kann mir erinnern, die erste Windkraftanlage, die ich persönlich gesehen habe – das war in three-and-neunzig, die ist vierhundert Meter vor dem Garten Türl meiner Ötern aufgestellt worden in Sankt-Pölten bei der Straßenmeisterei.

00:02:48: Eine Hundertzehn Kilowatt Seewinteranlage.

00:02:51: und dann gab es ganz viel technologische Entwicklung und Förderinstrumente, und ich glaube jetzt sind wir dort wo wir sehen dass Decarbonisierung nur mit Elektrifizierung geht und Elektrifozierung nur mit Windkraft geht.

00:03:05: und speziell im Winter wird die Situation haben das wir zuverlässige Stromerzeugung brauchen Und die bietet die Windkraft.

00:03:13: und ich glaube es sind jetzt in einem Technologiezustand, wo das echte Großtechnologie geworden ist.

00:03:23: Wo das verlässliche Erzeugung geworden ist und wo aber auch natürlich die Notwendigkeit besteht, dass jetzt zu skalieren und zwar noch deutlich stärker zu skaliert, als das in der Vergangenheit war Und das ist die Herausforderung.

00:03:37: Ja,

00:03:39: sehr schön du sagst Windkraft im Winter, d.h.

00:03:42: Sonne ist im Sommer dann Wasserkraft haben wir Frühjahr und Herbst wo ich glaube mittlerweile gibt es da Verschiebungen und Wind hat seine Haupterzeugung im Winter mit zwei Drittel der Erzeugung

00:03:55: D.h.,

00:03:55: dass wäre quasi der logische Ringschluss in den Jahreszeiten.

00:04:00: Wo stehen wir denn da in Österreich heute?

00:04:03: Ja, also es gibt ja.

00:04:04: mit dem Erneuerbaren Ausbau-Gesetz.

00:04:07: Also mit dem aktuellen Förderinstrument wurde ein Ausbaupfad vorgegeben der dafür sorgt dass bis Ende, zwanzig dreißig, siebzehn Terawattstunden aus Windkraft kommen sollen.

00:04:21: da fehlt uns noch ein gutes Stück.

00:04:24: Wir sind jetzt bei knapp neun Terawatstunden.

00:04:27: das heißt wir müssen auch sehr viel zubauen um dieses Ziel zu erreichen.

00:04:30: Dieses Ziel wurde so gewählt, dass man den österreichischen Strombedarf – also das was tatsächlich hier in Österreich verbraucht wird – bilanziell aus einer Neuerbahn decken kann.

00:04:41: Also immer in den einzelnen Stunden geht es noch nicht, aber zumindest mal bilanziell decken können.

00:04:46: Das heißt diese Zielerechnung ist unbedingt notwendig um wirklich aus dieser Abhängigkeit mit Gas rauszukommen.

00:04:52: Und

00:04:52: wie weit sind wir davon entfernt?

00:04:54: Naja… Wir müssten jetzt jedes Jahr jedes Monat eigentlich, zwölf Windräder mit fünf Megawatt aufstellen.

00:05:03: Jedes Monat, Zwölf ...

00:05:05: Machst du das schon?

00:05:07: Wir bemühen uns natürlich nach Kräften aber dieses Ziel wird derzeit nicht erreicht.

00:05:14: es ist so dass derzeit pro Jahr dreihundert neunzig megawatt an Windkraftleistung ausgeschrieben werden.

00:05:22: Wir bräuchten das Doppelte, sodass man nur das Ziel

00:05:26: erreichen kann.

00:05:27: Über sieben Hundert Megawatt pro Jahr die ausgeschrieben werden und das müsste man jetzt tun damit die Projekte auch da sind dann rechtzeitig gebaut und im Betrieb gehen können.

00:05:41: Warum funktioniert das nicht?

00:05:42: Wenn wir wissen, was wir tun sollen, wieso machen wir es denn eigentlich nicht?

00:05:46: Also was fehlten da an Schritten oder wo sind die größten Blockaden deiner Meinung nach?

00:05:53: Ich glaube mit der Verabschiedung des Neubauausbaugesetzes ist jetzt wieder die Projektentwicklung losgegangen Und das, was wir jetzt sehen ist, dass halt die Projekte genehmigungsreif sind.

00:06:06: So dieser erste Schub, den man in die Umsetzung bringt... Entschuldigung,

00:06:09: wenn ich nachfrage, was heißt Genehmigungsreif?

00:06:13: Dass die so weit genehmigt sind und eine sehr hohe Umsetzungswahrscheinlichkeit haben.

00:06:19: Aber man braucht natürlich für die Umsetzung eines Windparks oder eines Windkraftwerks auf der einen Seite die behördliche Genehmigung das tun zu dürfen.

00:06:28: Dann braucht man die Finanzierung es tun zu können Und dann braucht man noch einen Stecker.

00:06:32: Das heißt, man braucht das

00:06:33: Netzanschluss.

00:06:38: Wenn eines von den dreien Filtern funktioniert es nicht – jetzt ist das Erneuerbaren Ausbaubeschleunigungsgesetz verabschiedet worden – das wird dazu beitragen soll dass man im ersten Teil einen Anschub bekommt.

00:06:50: aber natürlich braucht es auch die andere Seite.

00:06:55: Also um die Finanzierungsfähigkeit auch gewährleisten zu können, braucht man ausreichend große Ausschreibungspolumina.

00:07:01: Um die Projekte, die jetzt kommen, auch finanzieren zu können und natürlich unter beißt sie momentan so ein bisschen die Katze in den Schwanz.

00:07:10: Man muss jetzt tatsächlich den Netzausbau nachführen und da sagen die Netzbetreiber auf der einen Seite sagts uns wann jetzt die ganzen Windkraftwerke kommen Und die Windkraftwerksbetreiber der Projektentwickler sagen, sagt uns jetzt endlich, wann die Umspannwerke da sind.

00:07:31: In diesem Kreis sind wir und dann haben wir natürlich auch noch die Situation, wenn man gerade Infrastruktur ... ausbauen muss.

00:07:40: Das ist ein gewisser Zeithorizont, der berücksichtigt werden sollte?

00:07:45: Genau, es sind immer Jahre um das geht und man sich dann natürlich ein einziges Umsparenwerk an das relativ viele Erzeugungsanlagen angeschlossen werden sollen.

00:07:54: wenn sie das wieder um drei jahre verschippt dann können die nicht in die Förderung hineinkommen.

00:07:59: ja wenn die Nicht-in-die-Förderung Hineinkommen Dann können Sie auf der anderen Seite den Netzanschluss nicht sicher abrufen Und dabei sind momentan die Cats in den Schwanz und dieses Thema muss man lösen.

00:08:12: Hast du einen Vorschlag, wie man es lösen könnte?

00:08:15: Es sind ja mehrere Sachen, die irgendwie nicht ineinandergreifen.

00:08:19: Auf der einen Seite hast du Projekte, die gebaut werden wollen und dann hast du das Netz, das ausgebaut werden will.

00:08:25: aber warum ist das nicht ... Das ist ein Tasselbild, wo die Steiner aktuell nicht zusammenpassen.

00:08:33: Ich glaube das was wir tatsächlich brauchen und es jetzt nichts ganz Neues.

00:08:36: Jedes Mal wenn es so eine Ökostromgesetz-Novelle gegeben hat, dass immer das selber passiert dann sind halt viele Projekte entwickelt worden sondern dann immer gleichzeitig auch zu Beginn zur Genehmigung gekommen und dann ins System hineingekommen.

00:08:53: Das hatten wir ja schon einige Male, dass wir einen Warteschlangenabbau hatten und diesen Warte-Schlangenabbau den werden wir auch jetzt wieder brauchen.

00:09:00: Denn damit wir diese Ausbarkurve hinbekommen können, braucht man am Ende des Tages relativ bald Genehmigungen auf Seite des Fördermechanismus für die Projekte, sodass sie dann ganz normal in ihre Umsetzung gehen können und das man dann auch den Netzbetremmern sagen kann, die kommen jetzt zuverlässig Und ihr könnt alle das ums Spannwerke bestellen, denn wir werden da sein wenn ihr da seid.

00:09:26: Ja also das heißt es ist immer irgendwie so ein Stau und dann kippt irgendwas und dann gehen mehrere Sachen auf einmal.

00:09:34: Es ist nicht so dass das stetig passiert?

00:09:37: Das ist ein bisschen der Natur der Sache geschuldet.

00:09:40: Jedes Mal wenn man einen Förderinstrument wählt wird in dem Fall früher Ökostom gesetzt jetzt ein erneuerbaren Ausbau gesetzt dann nimmt man sich immer eine gewisse Menge vor und einen gewissen Zeithorizont.

00:09:53: Und das sorgt für diese wellenartige Situation.

00:09:59: Das ist jetzt nichts ganz Neues, man sollte heute die Lösungen, die man in der Vergangenheit schon einmal gewählt hat – ich wiederhole den wartisch langen Abbau!

00:10:07: Wenn man ihn wieder anwendet, dann glaube ich löst sich der Knot noch wieder auf.

00:10:11: Wir sind das mit den Genehmigungen und so.

00:10:12: Also man hört immer, bei dem Verfahren dauert alles ewig lange und es ist kompliziert.

00:10:19: und dann gibt's diese Behörde, die Behörden, dass erneuerbaren Ausbaubeschleunigungsgesetz jetzt einen One-Stop-Shop gemacht wird.

00:10:27: Wie glaubst du, wird sich das in der Praxis auf eure Projekte auswirken?

00:10:30: Ich glaube, das Erneuerbareausbaubeschleunigunggesetz uns helfen wird, aber auch den Netzbetreibern helfen ihre Projekte auf den Boden zu bekommen.

00:10:42: Das weiß halt.

00:10:43: was es jetzt leider nicht gibt ist sozusagen die Notwendigkeit überall auch zur Nährung hinzumachen.

00:10:53: Es gibt ja Bundesländer, die machen das

00:10:55: und manche

00:10:56: halt nicht.

00:10:57: Und das ist glaube ich schade weil Österreich halt diese Energiemengen brauchen wird, weil wenn wir sie nicht selbst produzieren müssen von außen kaufen.

00:11:11: Das ist eine Diskussion ob jetzt gerade ein Schiff durch die Straße von Tremus fährt oder nicht und ich glaube die können wir uns sparen indem wir uns die Dinge halt wieder selber machen und ich glaub da muss ganz Europa.

00:11:23: das gilt nicht nur für Österreich es gilt für ganz Europa dann muss man sich halt ein bisschen Anleihen nehmen an dem was die Amerikaner und auch China tut Die versuchen halt zumindest zwei Drittel ihrer Energieerzeugung selbst zu machen und nur ein Drittel zu beziehen, dann kann man sich mit dem Lieferanten spielen.

00:11:40: In Europa ist es umgekehrt.

00:11:42: da macht man ein Dritter selbst und zwei Dritte bezieht man.

00:11:45: Da spielt sich der Lieferant mit uns und das sieht man jetzt an den gebannten Augen wenn alle in der Früh auf den Ticker schauen was gerade eher im Nahen Osten passiert.

00:11:59: Ja Müller auf, Müller zu!

00:12:03: Wenn wir jetzt sagen, Wind ist Winterkraft.

00:12:06: Was ist denn wirklich das Potenzial?

00:12:08: Weil wir sind im Winter sehr gasgetrieben.

00:12:10: Dass Strom Gas da ablösen kann oder welchen Teil kann die Windkraft beitragen?

00:12:17: Die Windkraft hat einen deutlich konstanteren Produktionsverlauf und Irgendwann wird es immer diese dunkelflotte geben.

00:12:28: Also man braucht irgendwann auch das Energiesystem etwas, dass man einschalten kann und das dann zuverlässig da ist.

00:12:35: Das sind heute Gaskraftwerke.

00:12:37: die werden in Zukunft vielleicht wasserstofffähige Gaskraftwerk sein.

00:12:40: nur wenn man sich die ganze Wertschöpfungskette von produzierten Überschüsse sagen wir mal im Sommer mit Photovoltaik Die wandert man in Wasserstoff um, legt sie einen Wasserstoffspeicher und baut dann noch zusätzlich eine Anlage die dann nur für den sehr kurzen Zeitraum weil es notwendig ist im Winter verfügbar ist.

00:12:57: Dann merkt man dass das halt eine sehr lange Wertschöpfungskette ist und die kostet auch entsprechend Infrastruktur.

00:13:03: Das heißt die muss man möglichst klein halten und die Windkraft als Marktreife unter da auch gut verfügbare Technologie Sorgt dafür, dass man diese zukünftige Notwendigkeit auch klein hält.

00:13:20: Das ist wichtig für die Lesbarkeit nicht, weil Energie muss sicher günstig und sauber sein.

00:13:30: Und in allen drei Kriterien ist die Windkraft eine sehr gute Lösung.

00:13:39: Ich meine ich habe es mir für meinen... Mein Wohnhaus angeschaut, wir sind momentan haben eine Gasleitung und beziehen logischerweise im Winter Gas.

00:13:49: Wenn wir es auf Wärmepumpe umstellen würden wird sich das also Feldgas weg jetzt kostentechnisch und dann haben wir nur fünfundzwanzig Prozent mehr Stromverbrauch.

00:13:59: Also eigentlich ist ist es auch monitär, so wie von der Energieaufbringung deutlich effizienter wenn wir elektrifizieren.

00:14:08: Hat doch die EU festgestellt jetzt in einem gelegten Bericht oder?

00:14:15: Ich meine das ist eine ganz überraschend weil halt auf deiner Seite... Ja für Sieg und so!

00:14:22: Und es liegt im wesentlichen aber daran dass halt diese beiden Technologien nämlich Windkraft und Photovoltaik einen großen Kosten-Degressionspfad hingelegt haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten.

00:14:37: Und das jetzt einfach ermöglichen, also ich kann mich nicht erinnern als ich meinen ersten Job begonnen habe, das war Nineteinzehn sechsundneunzig.

00:14:45: da hat ein Kilowatt Peak Futurl Teig hunderttausend Schillinge kostet, also sagen wir sieben tausend zweihundert Euro.

00:14:51: mit der Inflation bis heute habe eine durchgerechnet aber werden das wahrscheinlich an die zwanzigtausende Euro.

00:14:55: und eine Futurltageanlage kostet deutlich deutlich weniger als das Und Batterie-Technologie wird jetzt so viel günstiger.

00:15:04: Das heißt, im Einfamilienhausbereich passiert genau das.

00:15:09: Aber natürlich kann man nicht den ganzen Land versorgen und die Industrie versorgt und die Werbeversorgung.

00:15:14: Das heisst da braucht man eben die Windkraft dazu, die auch das was die Photovoltaik nicht kann nämlich in der Nacht und dem Winter dazusehen hinzufügt.

00:15:26: Und es kostet aber gar nicht zuviel.

00:15:28: wenn man sich die Abrechnung der Ö-Mark anschaut, was im Jahr an Ökostromproduktion gemacht worden ist und wie viel Fördervolumen dafür für die Windkraft verbraucht ist.

00:15:41: Dann kann man darauf, dass fast die halbe Ökosterommenge aus Windkraft kommt aber vom Förder volumen nur Null, zwei Prozent verbrauchten werden also bei hundert.

00:15:52: Knapp hundertdreißig Millionen, glaube ich, waren das im Vorjahr.

00:15:54: Sind das Null-Kommer auf rund zwanzig Millionen Euro die in die Windkraft gesteckt worden sind?

00:16:01: Trotzdem ist der Fördermächernismus wichtig weil es die Finanzierbarkeit sicherstellt.

00:16:09: Vielleicht ist das die österreichische Philosophie dass wir einfach so lange warten bis es so günstig ist, dass wir weniger zahlen wenn wir's ausbauen!

00:16:18: Naja, da stellt sich natürlich die Frage.

00:16:20: Wenn das andere vor uns ausbauen und dann günstige Energie haben, dann ziehen halt auch die Industrien dorthin.

00:16:25: also... Ja, dort sind sie weg ja?

00:16:28: Ich war im Jahr twohundneunzehn in Abu Dhabi, da war die Weltkraftkonferenz dort Und ich habe mir eigentlich gedacht, ich gehe dort hin und sehe dort nur Öl- und Gasfirmen.

00:16:39: Die waren auch tatsächlich dort, weil die haben sozusagen die Party irgendwie gezahlt.

00:16:44: Aber das Thema um das ging war Wind, Fotovoltaik und Wasserstoff, die dort unten wichtig waren.

00:16:54: Das hat heute gezeigt wo der Zug hingeht.

00:16:59: Und die Frage, die man sich damals gestellte, naja wann die Wasserstoff produzieren, dann könnten sie ja über eine sehr lange Gasleitung liefern und dann produzieren wir weiter wie bisher.

00:17:09: nur die haben natürlich von sich auch selbst die Frage gestellt Wenn man den Strom ist und da haben, schickt es uns eure Industrie.

00:17:16: Und wir schicken euch die fertigen Produkte.

00:17:17: Viel besser!

00:17:19: Genau.

00:17:19: Das ist auch eine neiliegende Zukunft.

00:17:22: Man muss schon schauen, dass man selbst ausreichend Ressourcen zur Verfügung hat um auch ein attraktiver Industriestandort zu sein.

00:17:30: Ich glaube das ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung.

00:17:36: und wo er sich in der Vergangenheit der Ausbau der Wasserkraft dafür gesorgt hat dass genug leistbarer Strom vorhanden war, der nicht von internationalen Marktbewegungen abhängig war und das damit auch die Industrie in Österreich aber auch die Haushalte sich versorgt worden.

00:17:53: Und irgendwie ist die Donau jetzt ausgebaut.

00:17:57: Das heißt... Ist man

00:17:58: fertig!

00:18:00: Es gibt sicher noch Wasserkraftpotenzial und da kann man sicher noch sehr viel verbessern.

00:18:04: Aber eine zweite Donau wird es nicht sein.

00:18:07: Die zweite Dona sind wirklich die Windkraft Sind übrigens auch hydraulische

00:18:11: Maschinen.

00:18:11: Ja, schön gesagt!

00:18:12: Also

00:18:13: ich habe an der TU Graz die Windkraft noch in der Vorlesung Hydraulischer Strömungsmaschinen kennengelernt.

00:18:21: also

00:18:21: sage ich jetzt... Achso okay das war sogar noch verknüpft miteinander?

00:18:25: Wenn man weiß was eine Kaplan-Turbine ist, also das sind die Turbinen die halt in den Donnerkraftwerken eingebaut sind ja.

00:18:32: Ein Windrad ist eine Kaplanturbine ohne Zulauf, ohne Sager und ohne Leiterparat.

00:18:38: Also im Wesentlichen ein so genanter schnellläufiger Axialläufer.

00:18:42: Ja, jetzt bist

00:18:43: du sehr technisch unterwegs!

00:18:45: Aber im wesentlichen sind es Strömungsmaschinen weil Luft bei diesen kleinen Temperaturen genug Differenzen sich inkompressibel verhält.

00:18:53: also ist eigentlich genau das selber nur diese zweite Donau.

00:18:58: sind dann die Bereiche in Österreich wo man gut Windräder aufstehen kann

00:19:06: Das Winter Wonderland, wo haben wir denn das in Europa?

00:19:10: oder fallen da irgendwie Länder ein?

00:19:12: Die wie als Beispiel heranziehen können, wo wir uns in Österreich was abschauen könnten.

00:19:17: Ich finde, wir haben einen der besten Windkraftstandorte Europas.

00:19:21: Also Standort ja!

00:19:23: Aber Ausbau noch...

00:19:25: Ja also, wo man sich natürlich etwas abschagen könnte muss man gar nicht so weit schauen und es ist immer bisschen bitter für Österreich wenn man sagen kann die Deutschen machen's besser Nicht

00:19:34: mit dem Fußball manchmal.

00:19:36: Das

00:19:36: ist das

00:19:36: Allerbitterste, dass auch noch bei der Windkraft.

00:19:39: Wobei jetzt sind sowohl Österreich als auch Deutschland ausgeschrieben und bei der Vollfußballweltmeister scharf es nicht zu schlimm.

00:19:46: Aber es ist tatsächlich so... Deutschland schreibt hier Zehntausend Megawatt pro Jahr aus, wenn man den Faktor eins zu zehn österreich-deutschland ansetzt wären das Tausend Megawatts pro Jahr.

00:19:57: Und wir sind beide... Es steht

00:19:58: tatsächlich im Önebauch drinnen Und wir sind halt bei der Hieber-Megawatt.

00:20:04: Da sieht man, das ist genau die Lücke, die man füllen muss.

00:20:08: Also wird schon reichen, wenn man die Mengen ausschreibt, die im ERG bis zum Jahr zwanzig dreißig geplant sind.

00:20:14: Das wäre etwa die doppelte Menge und dann würde sich auch diese warte Schlange auflösen.

00:20:22: Was machen die Deutschen?

00:20:23: Dass es dort so viel schneller geht?

00:20:27: Oder halten Sie sich einfach an die Ziele?

00:20:29: Nein, ich

00:20:30: glaube in Deutschland ist man heute einen anderen Weg gegangen als sozusagen die österreichische Strohfeuerpolitik ein bisschen zu machen.

00:20:38: Also dann gibt es jetzt immer schrittweise einen weiteren Ausbau.

00:20:45: Sondern dort ist das EEG eine ganz kontinuierliche Ausbaupfad sehr technokratisch.

00:20:52: Aber damit auch sehr stabil.

00:20:54: und wenn man etwas braucht bei Infrastruktur ausbauten, ist das eben Stabilität.

00:20:59: Weil Stabilitet im Markt bedeutet dann aber auch das Risikosinkt natürlich für die finanzierenden Institutionen.

00:21:07: Damit sinken die Zinsen und damit sinken den Kosten für Entkunden.

00:21:12: Und deswegen ist instabilität kostet Geld und stabilität bringt Geld und das würden wir uns wünschen.

00:21:19: Wir sind das mit dem Naturschutz und so.

00:21:21: Die Windkraft tut sich schwer, mit Vögeln oder Fledermäusen permanent Studien machen und belegen, dass sie an diesem Standort nicht Natur... schädlich.

00:21:38: Ich weiß nicht, was ist der richtige Begriff?

00:21:41: Naturverträglich sind ja... Also wie machen die das in Deutschland?

00:21:46: Machen sie das anders?

00:21:47: weil wir haben ja ich habe das sage ich jetzt mal vor der Boko kommend nie verstanden wieso in einem Bundesland Zirben geschützt werden und da darfst du nicht zu nahe kommen und keinen Zapfen abbrechen und im anderen schnitzt man Betten draus und brennt Schnaps.

00:22:04: also Das war mir nie geheuer.

00:22:07: Ja, ich glaube da ist auch tatsächlich eine Notwendigkeit dass man dort einen Standard einführt.

00:22:12: also Föderalismus gut und schön.

00:22:16: Überall gibt es eben Schnaps!

00:22:18: Ja ja, verkaufen wir dann die das dürfen aber die... Ich glaube wichtig wird sein, dass man da tatsächlich standardisiert, weil sonst kennt sich irgendwie keiner mehr aus, das ist ja auch ein anderer Stelle so die Naturverträglichkeit in entsprechende Kriterien fassen und die halt auch dann sagen, die muss man halt genauso anwenden wie sie hingeschrieben sind.

00:22:44: Und das ist ja auch total okay.

00:22:45: also wir wollen ja nicht etwas Nicht-Natur-Verträgliches machen.

00:22:50: Man baut ja die Windkraft aus damit es der Umwelt besser geht.

00:22:54: Das ist aber natürlich eine Frage und muss man sich immer stellen.

00:22:59: Immer wenn man etwas in größerem Ausmaß tut dann kann man nicht sagen, es hat jetzt auf niemanden einen Einfluss.

00:23:05: Es wird in irgendeiner Form einen Einfluß haben aber den muss man naturverträglich gestalten.

00:23:10: also das darf nichts sein.

00:23:11: aber dazu gibt's ja praktisch jedes Windkraftprojekt die sich gerne ist aufgrund der größten Anlagen mittlerweile unterliegt dem UVP-Gesetz und ich glaube, da wird sehr gut aufgepasst.

00:23:24: Dass die Normen und Regeln und Naturverträglichkeiten eingehalten werden oder man die ersten Dinge tut.

00:23:32: Ja aber sie sind halt in jedem Bundesland anders.

00:23:34: mitharmonisieren meinst du dann einheitlich im Sinne eines Bundesnaturschutzgesetzes?

00:23:41: Oder einfach

00:23:42: abgestimmt

00:23:43: über alle Länder?

00:23:44: Wie man das regelt ist mir gar nicht egal Ja.

00:23:47: Aber ich glaube, es sollte so sein, dass man halt einen Maßstab hat an dem man sich messen kann und wenn sich alle auskennen ist das auch okay.

00:23:59: Es wird problematisch, wann das ungleich ist Wenn ungleiche Maßstäbe angelegt werden Wann das nicht objektiv passiert Das ist glaube ich problematische.

00:24:13: Wir sind schon am Ende unseres Gesprächs angekommen.

00:24:16: Wie gesagt, von fünfundzwanzig Minuten sind es ja kurz.

00:24:19: Welche drei wichtigsten Hebel würdest du sagen?

00:24:23: Braucht die Energiewende um bei der Windkraft vor allem weiterzukommen?

00:24:29: Also ich glaube das eine habe ich schon genannt ist der Watteschlangenabbau.

00:24:33: Das ist wichtig!

00:24:34: Das Zweite ist dass man die Netz-Ausbauten jetzt dem nachzieht und auch fair finanziert.

00:24:42: Und das Dritte ist, dass man sich halt auch über die Zukunft des erneuerbaren Ausbaus-Gedanken macht.

00:24:48: So was dauert in Österreich immer irgendwie fünf Jahre.

00:24:53: In fünf Jahren wird es eher geben aber dann nicht mehr, sozusagen wird es keine Ausschreibungen mehr geben oder nicht mehr notifiziert.

00:25:01: und ich glaube muss ich heute schon überlegen wie man das weiter führt.

00:25:06: Ich möchte noch kurz einhacken, wenn du sagst Finanzierung, Netzausbau, fair.

00:25:11: Das hast du angesprochen was ist eine faire Finanzierung des Netzaussbaus?

00:25:14: Es gab ja eine Riesendiskussion beim LWG, beim Elektrizitätswirtschaftsgesetz das Einspeiser netzentgelte Zahlen sollen.

00:25:25: Das ist dann wieder nicht so gekommen.

00:25:27: Meinst du das mit faire Ausbau oder faire Finanzierung?

00:25:31: Nein, da meine ich eher sozusagen man baut jetzt wenn man das tut ja eine Infrastruktur im Gebiete die Bauarty macht.

00:25:40: nur deswegen wenn man dort eben die Erzeugungsanlagen hinstellt.

00:25:43: und die Frage Wie wird über Österreich hinweg, wie werden diese Kosten getragen?

00:25:51: Weil ihr dann auch alle den Strom bekommen.

00:25:53: Also wenn ich ihn in Niederösterreich einspeise kann ich trotzdem im Winter in Tirol den Strom beziehen.

00:25:58: Ja also vor allem wenn ich ein Schiegebiet habe...

00:26:02: Genau!

00:26:02: zum Beispiel die werden es wahrscheinlich brauchen.

00:26:04: Ja, aber wäre es dann nicht sinnvoll euch bei euren Tirol ein Windkraftwerk?

00:26:08: Ja also Tiroll muss ich so

00:26:12: über ganz österreich transportieren ist vielleicht auch teuer oder?

00:26:15: Genau das wird die Netzkosten in die Höhe treiben und man in Tirols wären forty-six Gewindräder zum Beispiel notwendig, um die dortige Winterstromlücke zu beheben.

00:26:27: Das

00:26:28: klingt jetzt nicht so viel, würde ich sagen.

00:26:30: Also, es

00:26:32: hört sich irgendwie

00:26:34: machbar an!

00:26:35: Und dann haben Sie wirklich die Winterstromlücke geschlossen?

00:26:37: Die jetzige ohne Rechenzentrum.

00:26:43: Den über den zukünftigen Strombedarf, wenn wir sehen wie sie das entwickelt, liegt ja auch an der industriellen Entwicklung ist ja nichts Schlechtes, wenn sie bei uns das Industrieumgewerbe weitentwickelt, weil jeder geht in der Früh auch gerne irgendwo hinarbeiten.

00:26:56: Das ist ja wichtig.

00:26:58: und aber alles was wir an Wertschöpfungsketten aufbauen wird immer Strom brauchen.

00:27:04: Ja und immer mehr, weil wir elektrifizieren...

00:27:07: Gott sei Dank haben wir die Sonne!

00:27:08: Das ist unser großer Vorteil, die da ganz kontinuierlich uns Energie schenkt.

00:27:13: Die muss man nicht auf die unterschiedlichsten Arten ernten.

00:27:16: Egal ob mit Wasserkraft, Windkraftfoto oder Teig.

00:27:20: Es sind ja in wirklich alle Möglichkeiten offen.

00:27:23: Du musst noch tun!

00:27:24: Ja, fein.

00:27:25: Danke schön Karl für das schöne Gespräch und liebe Zuhörerinnen... Ich freue mich auf nächste Woche.

00:27:35: Danke vielmals für die Einladung.

00:27:39: Das war Gegenstrom der Podcast.

00:27:47: Teil es in den Kommentaren oder abonnier uns doch.

00:27:51: Und wir hören uns nächste Woche überall, wo es Podcasts gibt!

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