Folge 17 - Elektromobilität

Shownotes

Zurück in die Zukunft – Warum hat sich der Verbrenner durchgesetzt?

1885 konkurrieren Dampfmaschine, Elektroauto und Verbrennungsmotor um die Mobilität der Zukunft. Niemand weiß, welche Technologie sich durchsetzen wird.

Gemeinsam mit Marty McFly und Doc Brown reisen wir in dieser Folge von "Gegenstrom" an die Weggabelung der Automobilgeschichte und machen eine Zeitreise durch Biffs Welt und in das Jahr 2035 - wo Elektromobilität den Verbrenner abgelöst hat und mit bidirektionalem Laden das Auto endgültig die finstere Vergangenheit hinter sich lässt.

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00:00:03: Willkommen bei Gegenstrom, den Podcast zur Energiewende.

00:00:08: Wissen, Klarheit, Orientierung in allen Themen rund um die Energiewirtschaft in Österreich jede Woche im zehnminütigen Kurzformat.

00:00:19: Ich bin Angelika Kabert und hier kommt das Gegendström Thema der Woche Zurück in die Zukunft!

00:00:27: Warum hat sich der Verbrenner durchgesetzt?

00:00:29: Der Sportalmer nahe?

00:00:32: Wie sieht Bips Welt aus?

00:00:34: Der neue DeLorean.

00:00:36: Verdienen Autos bald Geld?

00:00:40: Es ist das Jahr eighteenhundertfünfundachtzig, Marty McFly und Doc Brown sind mit dem DeLorian in die Vergangenheit gereist und stehen an einer Wegabelung der Geschichte.

00:00:50: vor ihnen dampft eine Kohlebetriebene Lokomotive über die Schienen gefolgt von einer schwarzen Ruswolke.

00:00:58: Pferdekutschen prägen das Straßenbild Doch daneben tauchen auch Fahrzeuge auf, die erstaunlich modern wirken.

00:01:07: Manche werden von Dampfmaschinen angetrieben, andere von Verbrennungsmotoren und einige fahren tatsächlich elektrisch.

00:01:15: Die Technologie-Zukunft ist noch offen – Ende des neunzehnten Jahrhunderts konkurrierten verschiedene Antriebstechnologien miteinander.

00:01:23: Niemand wusste, welche sich durchsetzen würde!

00:01:27: Marty & Doc Staunen.

00:01:29: Das Elektroauto fährt leise, sauber und ist einfach zu bedienen.

00:01:34: Kein ankurbeln des Motors – kein lautes Knattern, keine Abgase!

00:01:39: Vor allem in Städten galt es als komfortables Verkehrsmittel.

00:01:43: Der Verbrennungsmotor war dagegen laut, stöhranfällig und alles andere als benutzerfreundlich.

00:01:50: Doc sieht sich den Wirkungsgrad an und stellt fest Ein Elektroautor fährt mit derselben Energiemenge ungefähr viermal so weit wie ein Verbrenner.

00:02:00: Genau an dieser Stelle taucht Biff auf, geldgierig und an kurzfristigen Gewinnen orientiert ohne Skrupell um die Auswirkungen.

00:02:08: Er verrät seinem jüngeren Ich nicht nur die Fundorte zukünftiger Ölquellen sondern auch welche Unternehmen erfolgreich werden wie Tankstellnetze aufgebaut werden und welche Technologien sich am Markt durchsetzen.

00:02:22: Marty und Doc haben von BIF-Machenschaften nichts mitbekommen, und reisen in dem Glauben in die Zukunft, dass sich logischerweise die saubere effizientere Technologie in der Geschichte durchsetzen wird.

00:02:34: Also das Elektroauto!

00:02:36: Zurück in der Zukunft.

00:02:38: Im Jahr fivehundachtzig stellen sie mit Entsätzen fest – BIF hat die Welt verändert.

00:02:45: Sie ist laut schmutzig und ineffizient.

00:02:49: Ein ganzes System wurde um den Verbrenner gebaut.

00:02:52: Biffs Multimillionenkonzern hat riesige Ölvorkommen auf der ganzen Welt erschlossen, Tankstellen statt Ladesäulen, Straßen statt Schienen, Individualverkehr statt öffentlichem Transport.

00:03:05: Biffs Automobilindustrie investiert Milliarden in dem Verbrennungsmotor.

00:03:10: Im Grunde ist dieser eine Heizung mit Nebenfunktion Auto, denn rund achtzig Prozent der Energie werden als Wärme an die Umgebung abgegeben.

00:03:18: Nur zwanzig Prozent werden in Bewegung umgewandelt.

00:03:22: Trotz dieser Umstände – Der Verbrenner hat gewonnen!

00:03:25: Das Elektroauto Eine Randerscheinung.

00:03:28: Nicht weil der Verbrenners die beste Lösung war sondern weil die Welt um ihn herum gebaut wurde.

00:03:34: Billiges Erdöl machte Mobilität für breite Bevölkerungsschichten leistbar.

00:03:39: Tankstellen sorgten dafür, dass Reichweite kaum noch eine Rolle spielte.

00:03:43: Die Fließbandproduktion machte Autos immer günstiger – mit jeder neuen Straße, jeder neuen Raffinerie und jeder neuen Tankstelle wurde die Entscheidung ein Stück weit zementiert.

00:03:56: Rückblickend wirkt das fast wie eine falsche Abzweigung der Geschichte!

00:04:01: Ein japanisches Sprichwort besagt «Wenn du merkst, dass du im falschen Zug sitzt, steig an der nächsten Station aus».

00:04:08: je länger du wartest, desto teurer wird die Rückfahrt.

00:04:12: Und genauso ist das in der Geschichte

00:04:13: passiert.".

00:04:14: Doc und Mati spazieren durch Biffswelt – und trauen ihren Augen kaum!

00:04:20: Der Schaden den Biff angerichtet hat, ist weit größer als gedacht.

00:04:24: Die Welt hat auf Biffsöl, Benzin- und Diesel gesetzt, wodurch die Weichen für viele Probleme gestellt wurden.

00:04:31: Die Abhängigkeit von Energie im Porten die Luftverschmutzung in den Städten und zu guter Letzt – die Klimakrise.

00:04:39: Doc stellt fest, Marty!

00:04:42: Wenn diese Entwicklung so weitergeht, dann bedeutet dies das Ende der Menschheit.

00:04:48: Die Erderwärmung führt zu häufigeren Extremwetterereignissen steigenden Meeresspiegel, Schäden für Landwirtschaft und Infrastruktur sowie wachsenden Konflikten um Ressourcen.

00:04:59: Doc startet den DeLorean und reist in das Jahr twenty-fünfzehn auf die Pariser Klimakonferenz COP einundzwanzig.

00:05:06: Bisher waren Klimakонferenzen durch biffes großen Einfluss von wenig Erfolg geprägt, sein Geschäftsmodell soll bis zum Ende der Menschheit weiterlaufen – doch Doc hofft dass sich dieses Mal tatsächlich etwas ändern könnte!

00:05:20: Und siehe da!

00:05:21: Zum ersten mal in der Geschichte einigten sich nahezu alle Staaten der Welt auf ein gemeinsames Ziel die globale Erwärmung zu begrenzen und damit die Zukunft umzuschreiben.

00:05:33: Im Pariser Klimaabkommen wurde beschlossen, die globalaerwärmmung deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrechen.

00:05:47: Alle onehundertsechsundneunzig teilnehmenden Staaten sollen alle Anstrengungen unternehmen, um unter ein Komma fünf Grad Celsius zu bleiben!

00:05:56: Jedes Land legte eigene Klimaziele fest und soll diese regelmäßig verschärfen.

00:06:02: Industrieländer sollen ärmere Länder bei Klimaschutz- und Anpassungen finanziell unterstützen.

00:06:08: Das Besondere am Pariser Abkommen war, dass erstmals nahezu alle Staaten der Welt ein gemeinsames Klimaziel akzeptierten.

00:06:16: Mit dem Pariser Klimaabkommen hofften Marty & Doc die Zeitlinie wieder korrigiert zu haben.

00:06:21: Zur Überprüfung reisen sie mit dem Dilaurien in das Jahr two-tausendfünfunddreißig.

00:06:27: Und tatsächlich, die Welt ist deutlich ruhiger und sauberer!

00:06:32: In den Städten wurden Straßen begrünt, Radwege dominieren, die Autos fahren zunehmend elektrisch Es gibt frische Luft – und der Verbrenner wurde zunimmt verdrängt.

00:06:43: Wie kam es dazu?

00:06:45: Die Regierungen haben das Verbrenner aus, ab im Jahr oder im Jahr und ab dem Jahr habe ich durchgezogen.

00:06:50: Auch wenn Biff mit seinen Lobbyisten immer wieder versucht hat, das Ziel aufzuweichen und zu verschleppen.

00:06:56: Man begann in Europa konsequent auf das Elektroauto zu setzen – mit entsprechenden Förderprogrammen, insbesondere im Bereich der Dienstwegen.

00:07:05: Das wäre einer der ersten Berührungspunkte der Menschen mit dem Elektroauto und laut Christian Peter vom Elektromobilitätsclub Österreich ist das wichtig für die Akzeptanz.

00:07:15: Die meisten Vorurteile gegen Elektromobilität verschwinden in dem Moment, indem Menschen selbst elektrisch fahren.

00:07:23: Im Jahr twenty-fünfundzwanzig waren rund siebzig Prozent der Neuzulassungen Dienstwegen – nur dreißig Prozent lagen im Privatbereich!

00:07:32: Lohnt es sich für Firmen in Elektroautos bei der Dienstflotte zu investieren, sind Menschen in der Regel auch privat vom E-Auto überzeugt.

00:07:40: Biff hat ein Imperium der Angst erschaffen – die Menschen trauen sich oft nicht etwas Neues auszuprobieren!

00:07:47: Ein gutes Beispiel wäre Matis Vater, der Angst vor Veränderung hat.

00:07:52: Dabei haben E- Autos viele Vorteile.

00:07:54: Man muss nicht mehr tanken fahren, der Betrieb ist deutlich günstiger und der Fahrspaß kommt auch nicht so kurz….

00:08:01: Weltweit sind achtundneunzig Prozent der E-Auto-Fahrerinnen überzeugt vom E-auto und würden es nicht mehr gegen einen Verbrenner tauschen.

00:08:09: Christian Peter dazu – Elektromobilität ist ein Mentalitätsthema, man muss sie erleben!

00:08:16: Dienstwagen, Carsharing oder ein mehrtägiges Ausleihen eines E-autos bauen Vorurteile oft schneller ab als jede Werbekampagne.

00:08:25: Auch die Marktdurchdringung hat rasant zugenommen und mit ihr sind neue Möglichkeiten entstanden.

00:08:31: Im Jahr im Jahr ist es bereits rund fünf Prozent E-Autos auf Österreichs Straßen unterwegs.

00:08:37: Das sind rund zweihundert siebzig Tausend Autos.

00:08:41: Mati stell dir vor, die Menschen verdienen Geld mit ihrem Auto!

00:08:45: Sagt Doc begeistert als er mit dem Energieexperten Kurt Leon Hatzberger spricht.

00:08:50: Matis schaut ihn verwundert an.

00:08:52: Doc das hat Biff doch immer schon gemacht.

00:08:55: Autos kosten Geld Eben nicht mehr, antwortet Doc und zeigt auf ein E-Auto das vor einem Wohnhaus angeschlossen ist.

00:09:03: Das ist kein Auto mehr!

00:09:05: Das ist ein Energiespeicher auf

00:09:08: Rädern.".

00:09:09: Mati versteht zunächst nicht – doch Kurt Leonharzberger erklärt ihm was sich verändert hat.

00:09:15: Die Batterien der E-autos können nicht nur Strom aufnehmen sondern auch wieder abgeben.

00:09:20: Man nennt es Vehicle to Grid oder Vehicle.

00:09:24: Wenn viel Wind und Sonnenstrom verfügbar ist, laden die Fahrzeuge ihre Batterien günstig auf.

00:09:30: Wird Strom knapp, speisen sie einen Teil der Energie wieder ins Netz zurück – und das ist ein Geschäftsmodell geworden!

00:09:37: Bidirektionales Laden nennt sich das, erklärt Kurt Leonharzberger.

00:09:42: Das Potenzial ist enorm.

00:09:44: Bereits bei fünf Prozent Marktdurchdringung bieten E-Autos ein Flexibilitätspotential von bis zu dreitausend Megawatt Im Vergleich dazu.

00:09:53: Österreichs Pummspeicher kommen auf sechs bis siebentausend Megawatt.

00:09:58: Bei einem E-Autoanteil von zwanzig Prozent am österreichischen Fahrzeugbestand, würde das Potenzial auf rund elftausend fünfhundert Megawatts steigen!

00:10:08: Marty staunt Autos standen früher über siebenundneunzig Prozent ihrer Zeit ungenutzt herum.

00:10:14: Wenig als neun Prozent der Autos sind gleichzeitig unterwegs.

00:10:19: Im Jahrzehntausendfünfunddreißig werden diese Standzeiten sinnvoll genutzt.

00:10:24: Tausende Fahrzeuge bilden gemeinsam einen riesigen dezentralen Stromspeicher!

00:10:29: Wer mit seinem Auto per Vehicle-to-Grid ins Netz einspeist, kann laut aktuellen Studien über sechshundert Euro pro Jahr verdienen.

00:10:38: Wer nur smart lädt – also günstlich auflädt wenn viel Strom da ist kommt immerhin noch auf circa zweihundert Euro.

00:10:46: Doch rechnet kurz nach... Ein durchschnittliches E-Auto speichert heute mehr Strom als ein Haushalt an mehreren Tagen verbraucht.

00:10:54: Wenn Millionen Fahrzeuge miteinander vernetzt werden, entsteht daraus einer der größten Energiespeicherer der Welt!

00:11:02: Marty blickt auf die Straßen.

00:11:05: Die Zeitlinie hat sich tatsächlich verändert.

00:11:07: Das Auto verbrennt keinen Treibstoff mehr.

00:11:10: Es speicherte Energie und kann diese sogar wieder ins Netz abgeben.

00:11:14: Für viele war das E-Auto selbst ein Schritt aus der Komfortzone.

00:11:18: Dem System auch noch zu erlauben, den Akku zu entladen?

00:11:22: Das brauchte Vertrauen und das wurde sukzessive aufgebaut!

00:11:26: Court Leon Hatzberger erzählt dazu – Im Jahr zwölftausendzechsundzwanzig wurden E-autos vorwiegend ungesteuert geladen was für das Stromnetz kontraproduktiv war.

00:11:37: Ein erster Schritt in die richtige Richtung war das gesteuerte Laden, dass mit flexiblen Tarifen und gesetzlichen Verpflichtungen unterstützt wurde.

00:11:45: Aber mittlerweile hat sich bidirektionales Laden durchgesetzt!

00:11:49: Also haben wir biff besiegt?

00:11:51: fragt Marty – doch schüttelt den Kopf!

00:11:54: Nein, Marty….

00:11:55: Die Zukunft ist nie geschrieben ….

00:11:57: aber wir haben verstanden, dass Technologie allein nicht reicht.

00:12:00: Vor einhundertfünfzig Jahren haben wir ein System rund um den Verbrenner aufgebaut Tankstellen, Ölbohrungen und fossile Kraftwerke.

00:12:09: Diesmal bauen wir ein anderes System mit erneuerbaren Energien, Speichern und E-Autos.

00:12:16: Doc blickt auf den Delorean!

00:12:19: Die Zukunft hängt nicht davon ab welches Auto wir fahren.

00:12:22: sie hängt davon ab welche System wir bauen.

00:12:26: Dann startet er den Delorian.

00:12:28: die Zeit an Zeige springt auf den sechsohnzwanzigsten Oktober nineteenhundert fünfundachzig.

00:12:34: Wohin jetzt doc?

00:12:35: Da glächelt.

00:12:37: Zurück in die Zukunft!

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